Seit Anfang Mai läuft der sogenannte Tankrabatt, der Autofahrern eigentlich kräftig unter die Arme greifen sollte. Die Hoffnung: Knapp 14 Cent weniger Steuer pro Liter Kraftstoff, und mit Umsatzsteuer sollte die Ersparnis sich sogar auf rund 17 Cent summieren. Doch die Realität sieht – wen wundert’s – weniger rosig aus. Nach Angaben des ADAC beobachtete man an den Zapfsäulen allenfalls einen Rückgang von etwa 14 Cent, konkret: Super E10 fiel auf 1,989 Euro, Diesel auf 2,063 Euro je Liter. Die zentrale Forderung des Automobilclubs dürfte viele ärgern und gleichzeitig nicht überraschen: Die Entlastung müsse endlich eins zu eins an die Autofahrer weitergereicht werden. Interessant: Zwar ist der Rohölpreis seit Monatsende April gesunken, trotzdem gibt’s an den Preistafeln wenig Entspannung. Brisant ist zudem das sogenannte Österreich-Modell, das nun seit Anfang April in Kraft ist und mit seiner Regel – Preiserhöhungen nur einmal am Tag um 12 Uhr – das Preisgeschehen zusätzlich verkompliziert. Aber damit nicht genug: Seitdem der Iran-Konflikt im März aufflammte, haben sich die Preise, vor allem für Diesel, auf Rekordniveau festgefahren. Beim Tanken also weiterhin: Zähne zusammenbeißen – von echter Entlastung fehlt bisher jede Spur.
Der ADAC kritisiert, dass der Tankrabatt die Autofahrer bislang kaum spürbar entlastet, obwohl eine Steuerabsenkung von etwa 16,7 Cent pro Liter zu erwarten war. Laut aktuellen Marktbeobachtungen kommt an den Zapfsäulen lediglich eine Reduzierung von rund 14 Cent an – obwohl der Rohölpreis zuletzt zurückgegangen ist, was zusätzliches Potenzial für niedrigere Preise bieten würde. Das neue Preisregulierungsmodell (vergleichbar mit dem aus Österreich), das den Spielraum für Preiserhöhungen begrenzt, sorgt offenbar ebenfalls nicht für sinkende Spritkosten. Gleichzeitig werden die Preise durch geopolitische Unsicherheiten, insbesondere den Iran-Konflikt, in die Höhe getrieben. Neuere Daten, unter anderem aus Berichten von taz, FAZ und Spiegel, weisen darauf hin, dass viele Tankstellen die Steuerersparnis möglicherweise nutzen, um ihre eigenen Margen auszubauen. Experten und Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz und Kontrolle, während Politik und Branchenverbände die Auswirkungen des Modells unterschiedlich bewerten.