Letztlich, so Horn weiter, habe das „Zusammenspiel der Stadt und der Polizei“ entscheidend dazu beigetragen, dass Erfurt ein „lebendiges Zeichen für Demokratie“ setzen konnte, auch wenn die Vorzeichen angesichts der Proteste schwierig waren. Für Polizeipräsident und Einsatzleiter Thomas Quittenbaum zahlte sich die Vorbereitung aus: Ohne die Hilfe von Einsatzkräften aus anderen Bundesländern hätte die Polizei das Ereignis so nicht stemmen können. Trotz hoher Anspannung und gegensätzlicher Lager am Parteitag verlief das Wochenende laut Polizeiangaben ungewöhnlich ruhig und planmäßig. Alle Einsatzziele wurden laut Quittenbaum „vollständig erreicht". Begleitet wurde der Parteitag am Samstag von massiven Demonstrationen. Während sich die Zahl der Protestierenden am Sonntag schon spürbar verringerte, blieb die Stimmung mehrheitlich besonnen. Über das gesamte Wochenende hinweg zählte die Polizei mehr als 30 angemeldete Versammlungen. Parallel dazu finden große Kulturveranstaltungen wie Konzerte von Roland Kaiser und Clueso statt, zu denen jeweils zehntausende Menschen strömten. Besonders am Samstag lag der Fokus der Sicherheitskräfte auf kritischen Punkten wie der B4, A71 und dem Gothaer Platz, wo es zu Blockaden und temporären Straßensperrungen kam. Laut Polizei beteiligten sich rund 10.000 Menschen an den Blockaden, die Spitze der Versammlungsbeteiligung lag bei 31.000 anwesenden Personen. Allein beim DGB-Treffen auf dem Messegelände sammelten sich bis zu 15.000 Menschen. Trotz gelegentlicher Störaktionen konnte der Parteitag wie vorgesehen beginnen. Die Polizei sprach am Ende von einem "überwiegend friedlichen Einsatzverlaufs" – obwohl es 65 registrierte Straftaten, etwa 13 Ordnungswidrigkeiten und elf leicht verletzte Polizisten gab. Die Ermittlungen konzentrieren sich vornehmlich auf Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Verstöße gegen das Versammlungsrecht. Besonders gravierend war ein Durchbruchversuch von 250 Personen, der als möglicher Landfriedensbruch gewertet wird. Außerdem kam es zu Angriffen gegen Medienschaffende und Vlogger, sowie zur Beschlagnahmung von Drohnen, die trotz Flugverbotszone starteten. Auch eine Störung durch Bluetooth-Lautsprecher wurde dokumentiert. Die Behörden kündigten zudem Nachprüfungen zu Vorwürfen möglicher Polizeigewalt an.
Die Stadt Erfurt und die Polizei bewerten den Bundesparteitag der AfD als organisatorisch gelungen: Trotz Protestwellen mit vielen tausend Teilnehmenden verliefen die entscheidenden Tage vor allem friedlich. Auch zahlreiche weitere Parallelveranstaltungen, darunter große Konzerte, fanden störungsfrei statt. Die Polizei musste allerdings vereinzelt gegen aggressive Störer einschreiten, mehrere Delikte aufnehmen und sich mit Vorwürfen zu Polizeiverhalten auseinandersetzen. Neuere Medienberichte bestätigen, dass zivilgesellschaftliche Gruppen in Erfurt auf eine breite Unterstützung ihrer Gegenproteste zählen konnten. Außerdem berichten einige Quellen kritisch, dass die Polizei – trotz der grundsätzlich positiven Bilanz – an gewissen Brennpunkten teils hart durchgriff, etwa bei Straßenblockaden. Zugleich hoben mehrere Stimmen aus Politik und Bürgerinitiativen hervor, wie wichtig das Zusammenspiel von Demonstrationsrecht, sicherer Durchführung politischer Events und Rücksicht auf sämtliche Bürgerinteressen an solchen Wochenenden sei.