Von Ende Juni bis Anfang Juli 2026 war München mehr denn je das Wohnzimmer des Films: Sage und schreibe 95.000 Besuche zählte das 43. FILMFEST MÜNCHEN. Über 385 Vorführungen, zahllose Panels, Gespräche und Branchenevents verwandelten die Stadt in das, was man zuweilen träumerisch als 'Filmhauptstadt Deutschlands' bezeichnen darf. Es stimmte einfach: Die Mischung aus Festivalpublikum, internationalen Stars und leidenschaftlichen Filmschaffenden war überall spürbar. Am türkisfarbenen ‚Isar Carpet‘ glänzten Prominenz wie Sandra Hüller, Pedro Almodóvar, Toni Servillo und natürlich David Duchovny, der als Höhepunkt für sein Lebenswerk geehrt wurde.
Das Festival war mehr als bloß ein Schaulaufen: Zahlreiche Debatten und Austauschmomente, offene Gespräche und begeisterte Standing Ovations verdeutlichten, dass Filmkultur nicht bloß auf der Leinwand passiert. München erwies sich dabei als neugierig, offen und ziemlich feierfreudig. Auch die Fachszene kam auf ihre Kosten – mit Industry-Days, Workshops, Networking in Hochschule, Amerikahaus und bei den großen Branchengrößen (ARD, ZDF, RTL, Streamingdienste, Förderinstitutionen). Auf den Afterpartys – unter anderem flankiert von Netflix, Constantin und Co – wurde deutlich, dass es nicht nur um Filme, sondern auch ums Miteinander ging.
Zum Abschluss ehrte das Festival herausragende Leistungen quer durch die fünf Wettbewerbe sowie Young Jury, FIPRESCI und Publikumspreisen. Und die internationale Premiere von Jay Duplass' 'See You When I See You' bildete den stimmungsvollen Schlusspunkt einer ereignisreichen Festivalrunde.
Das 43. Filmfest München hat seinen Ruf als Schmelztiegel für Filmschaffende, Publikum und Branchengrößen erneut bestätigt und deutlich über 95.000 Filmliebhaber*innen angelockt. Das Highlight bildete die Preisverleihung mit David Duchovny, der für sein Lebenswerk gewürdigt wurde, aber auch die starke Präsenz internationaler Filmschaffender stand im Fokus. Interessant ist: Trotz anhaltendem Wandel der Kinolandschaft und wachsender Konkurrenz durch Streamingdienste konnte das Festival zahlreiche Gäste aus sämtlichen Segmenten vereinen – was wohl auch Ausdruck eines starken Gemeinschaftsgefühls innerhalb der Filmszene ist.
RECHERCHIERT:
Laut taz wurde auf dem Festival besonders die Rolle unabhängiger Produktionen hervorgehoben, während die Süddeutsche Zeitung auf die politische Dimension vieler Beiträge hinwies. Die Zeit wiederum stellte die zunehmende Internationalisierung und die neuen Angebote für junges Publikum heraus. Bemerkenswert in diesem Jahr war zudem die auffallende Zahl von Gästen unter 30 – offenbar gelingt es dem Filmfest immer besser, junge Menschen für anspruchsvolle Filme zu begeistern.