AfD-Parteitag: Weidel und Chrupalla führen weiter

Alice Weidel und Tino Chrupalla bleiben auch künftig an der Spitze der AfD – eine Bestätigung mit Zahlen und Zwischentönen.

04.07.26 13:56 Uhr | 2 mal gelesen

In Erfurt bestätigte die AfD ihre beiden Vorsitzenden: Alice Weidel erhielt nach Angaben der Partei 81,3 Prozent der Stimmen, während Tino Chrupalla mit 70,1 Prozent gewählt wurde. Im Vergleich zur Vorstandswahl in Essen vor zwei Jahren konnte Weidel leicht zulegen, Chrupalla schnitt hingegen schwächer ab – ein kleiner Knick, auch wenn beide ohne Gegenkandidaten antraten. Um Streit zu vermeiden, lenkte die Parteiführung den Parteitag bewusst in ruhigeres Fahrwasser und setzte den Schwerpunkt auf Gremienwahlen. Ein potenziell explosiver Streitpunkt – die Diskussion um die sogenannte Unvereinbarkeitsliste, für die auch der Thüringer Landeschef Höcke Stimmen sammelte – wurde zu Beginn entschärft: Das Thema gebe man nun in die Hände des Vorstands, anstatt es sofort abzustimmen. Der Parteitag diente, das war spürbar, auch der Inszenierung: Die AfD sieht sich nach eigener Einschätzung auf der Schwelle zur Regierungsverantwortung, nicht zuletzt im Osten nach den anstehenden Herbstwahlen. Weidel betonte: „Die AfD ist die neue Volkspartei in Deutschland.“ Sie verwies auf das starke Mitgliederwachstum von 30.000 auf 75.000 innerhalb von drei Jahren. Weidel gab sich überzeugt, bald eine sechsstellige Mitgliederzahl zu erreichen. Die Partei wolle, so ihre Worte, Verantwortung übernehmen – auch wenn der Weg dorthin voller Stolpersteine sein dürfte.

Alice Weidel und Tino Chrupalla bleiben an der Spitze der AfD, nachdem sie auf dem Parteitag in Erfurt wiedergewählt wurden – allerdings mit gegensätzlichen Tendenzen bei der Zustimmung: Weidel legt leicht zu, Chrupalla verliert. Auffällig ist die strategische Zurückhaltung auf dem Parteitag, insbesondere durch das Vertagen interner Konflikte wie der Debatte um die Unvereinbarkeitsliste. Im weiteren Kontext steht die AfD unter Beobachtung des Verfassungsschutzes und bemüht sich, trotz innerparteilicher Spannungen Geschlossenheit und Regierungsfähigkeit zu demonstrieren – vor allem im Hinblick auf die Landtagswahlen im Osten. Die aktuellen Entwicklungen zeigen: Die AfD baute ihre Mitgliederbasis rapide aus und stellt sich offensiver denn je als relevante politische Kraft dar, die bereit ist, in Regierungen einzutreten. Jüngste Medienberichte heben hervor, dass die Partei trotz Wahlerfolgen anhaltend über ihren Umgang mit radikalen Strömungen und den Kurs zur Macht ringt – nicht zuletzt im Zusammenhang mit wachsendem internationalen Druck und kritischer Berichterstattung.

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