"Ich rechne in den nächsten Quartalen mit einem ordentlichen Schub für die US-Wirtschaft", so Slok im Gespräch mit dem 'Handelsblatt'-Podcast. Was ihn so optimistisch stimmt? Drei Dinge: Erstens hätten die jüngst beschlossenen Steuersenkungen für Unternehmen spürbaren Einfluss, meinte er. Außerdem: Die Nachfrage nach Rechenzentren – insbesondere für KI-Anwendungen – laufe ungebrochen. Und als drittes nennt Slok eine 'industrielle Renaissance' in den USA, weil derzeit viel politischer Wille herrsche, in Infrastruktur und Rüstung zu investieren. Gleichzeitig, und das kehrt er nicht unter den Teppich, sieht er eine zunehmende Nervosität an den Finanzmärkten. Sein Rat? Gerade bei Investments im KI-Sektor sei nun Vorsicht geboten. Das heiße nicht nur Aktien – auch Anleihen, Private Credit oder Risikokapital seien stark KI-lastig. Die riesigen Techunternehmen hätten zuletzt besonders gern und häufig Anleihen emittiert – Slok sieht darin ein Zeichen für Konzentrationsrisiken.
Torsten Slok erwartet trotz der aktuellen US-Zolldiskussion und dem geopolitischen Gepolter einen Impuls für die amerikanische Wirtschaft – was zunächst überrascht, wenn man den Nachrichten der letzten Wochen folgt. Wie mehrere Wirtschaftsjournalist:innen zuletzt berichteten, tragen der Ausbau der Industrieinfrastruktur und enorme Investitionen in KI-Ökosysteme tatsächlich zu stabilen Aussichten bei. Slok mahnt aber, dass Anleger verstärkt Risiken durch Übergewichtung im KI-Sektor laufen: Gerade die Tech-Giganten geben massiv Anleihen aus und bauen damit versteckte Abhängigkeiten auf – ein Aspekt, dem sonst oft zu wenig Beachtung geschenkt wird.