Am 24. Juni wurde es offiziell: Im lauten Messegetümmel in München setzten ARaymond und LONGi ihre Unterschriften unter ein Memorandum of Understanding. Überraschend nüchtern und doch mit einer gewissen Aufbruchsstimmung – so schilderten Beteiligte die Unterzeichnung. Konkret geht es darum, die jeweiligen Kernkompetenzen – PV-Module und Batteriespeicher bei LONGi, Befestigung und Kabelmanagement bei ARaymond – systematisch auf potenzielle Synergien zu prüfen.
Wilson Chu und Alex Li, beide mit umfangreicher Erfahrung im internationalen Energiegeschäft, standen dabei sinnbildlich für die Partnerschaft zweier Standorte, beiderseits mit globalem Anspruch. Bei solchen Anlässen merkt man, dass hinter den Unternehmen echte Menschen stehen, mit ehrgeizigen Zielen, aber auch einer Prise Vorsicht, was allzu große Versprechen betrifft.
Synergie statt Konkurrenz
Der Plan: Know-how bündeln und die Qualität wie Effizienz für Solarprojekte steigern. Mögliches Resultat könnten optimierte Systeme sein, die die Installationszeiten drücken, Kosten senken und die Zuverlässigkeit erhöhen – nicht gerade Glamour, aber für jede Bauleiterin Gold wert. Interessant ist, dass ARaymond aktiv seinen Einfluss außerhalb des Automobilsektors ausbaut, etwa mit schwimmenden PV-Lösungen und Fluidmanagement-Systemen. Immer noch eine Nische, aber eine mit Potenzial, wenn man den Markttrends glaubt.
LONGi dagegen punktet traditionell mit effizienten Solarzellen und umfassenden Systemlösungen. Integration lautet das Schlagwort; das Puzzle aus Einzelteilen soll zum belastbaren Gesamtpaket verschmelzen. Ob das dauerhaft gelingt, bleibt abzuwarten, erste Eckpunkte stehen.
Im Rahmen der Messe hat sich ARaymond außerdem auf neue Produktpfade gewagt, wie etwa sein Floating-PV-System Neluma(TM), und ein ehrgeiziges Ziel für 2040 ausgerufen: Den Umsatzanteil außerhalb des Fahrzeugbereichs vervierfachen. So viel Ambition sieht man selten, die versprochene Diversifikation bleibt spannend zu beobachten.
Stimmen der Initiatoren
Wilson Chu, ARaymond: „Für beide Unternehmen ist die MoU ein Schritt zu mehr Innovationskraft – Synergie über reine Produktentwicklung hinaus.“
Alex Li, LONGi Solar: „Bei jeder Photovoltaikanlage zählt das Zusammenspiel – technische Perfektion ist nur etwas wert, wenn alle Komponenten harmonieren. Darum ist uns die Integration mit Partnern wie ARaymond so wichtig.“
Über die Unternehmen
ARaymond bringt jahrzehntelange Innovations-Tradition mit, nicht nur bei der Technik, sondern auch in der Unternehmenskultur. Angeblich wurde einst der Druckknopf im eigenen Haus erfunden. Heute umfasst das Portfolio Lösungen für energierelevante Anwendungen ebenso wie für Healthcare und Bau. Nachhaltigkeit und ein „Servant Leadership“-Ansatz prägen laut eigener Aussage den Führungsstil.
LONGi – gegründet zur Jahrtausendwende – dominiert weltweit mit Produktionsstandorten, die sich von Asien über Europa erstrecken. Im Mittelpunkt: Kristallines Silizium und komplette PV-Wertschöpfungsketten, einschließlich neuer Wasserstofftechnologien und Speicherlösungen. Sitz für Europa: Frankfurt.
Die beiden Branchenschwergewichte ARaymond (Frankreich) und LONGi (China) öffnen ein gemeinsames Kapitel bei der Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme. Auf der Intersolar Europe 2026 verständigten sie sich darauf, ihre jeweiligen Stärken in Befestigungs-, Erdungs- und Kabelsystemen (ARaymond) sowie Photovoltaikmodulen und Speicherlösungen (LONGi) in Sondierungsgesprächen zusammenzubringen. Ziel ist, Innovationen voranzutreiben, Installationsabläufe zu optimieren und den globalen Anteil erneuerbarer Energien zu steigern, wobei beide Partner auf mehr Synergie und Kundennutzen hoffen. In aktuellen Medienberichten und Branchenmeldungen ist das Interesse an solchen transnationalen Allianzen besonders groß, weil sie als Antwort auf die steigenden Anforderungen an Systemintegration und skalierbare Solartechnologien gesehen werden. Gerade im europäischen Markt, wo politische Weichenstellungen wie der Green Deal und neue Effizienzstandards für Wertschöpfungs- und Lieferketten immer wichtiger werden, gilt die Verbindung von Komponenten- und Systemanbietern als entscheidender Hebel. Auf der Messe wurden neben ARaymond und LONGi viele Innovationen vorgestellt – etwa schwimmende PV-Anlagen und modulare Energiesysteme, mit denen sich die Branche zunehmend von reinen Produktlösungen zu umfassenden, flexiblen Systemangeboten wandelt. Langfristig zeigen auch andere Unternehmen wie SMA, Enphase oder Meyer Burger, wie die Kombination aus Speicher, Digitalisierung und klassischer PV-Technik „Next Level Solar“ definieren könnte.