Banaszak: Mehr als Muskeln – Das männliche Rollenbild im Wandel

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, plädiert für einen breiteren Blick auf Männlichkeiten und kritisiert eindimensionale Klischees. Fitness allein reicht seiner Meinung nach nicht, um einen modernen Mann zu definieren.

06.07.26 18:12 Uhr | 1 mal gelesen

"Klar, Sport und Gesundheit sind wichtig – nur: Wer glaubt, das sei schon alles, greift zu kurz", stellt Felix Banaszak gegenüber T-Online klar. Er empfiehlt, sich aktuellen Debatten zu öffnen, auch wenn nicht jedes Argument seiner Zustimmung findet. Ausgangspunkt ist ein Manifest von mehreren Grünen, unter anderem von Franziska Brantner, das neue Wege für das Rollenverständnis von Männern vorschlägt – der Spiegel hatte darüber berichtet. Die Kernaussage: Männer brauchen mehr als simple Kraftmeierei, nämlich Verantwortung und Fürsorglichkeit, ohne sich dem altbackenen Klischee männlicher Härte zu unterwerfen. Interessanterweise rückt in letzter Zeit sogar im Bundestag das Thema Fitness als Symbol für Männlichkeit stärker in den Fokus. Banaszak selbst sieht die Gefahr, dass junge Leute nach Orientierung greifen, wo rechte und autoritäre Strömungen ihnen einfachere Antworten bieten – und das sei alarmierend. "Es sollte um Gleichberechtigung und Respekt gehen – nicht um Dominanzspielchen", sagt er. Die Grünen kämen damit selbst in eine Art Suchprozess. Der Parteichef betont, wie wichtig es ist, Männer mit Wohlwollen einzubinden und sie zugleich in die Pflicht zu nehmen – insbesondere, da sowohl Frauen als auch Männer unter rigiden Rollenbildern leiden. Er wünscht sich, dass innerhalb der Partei mehr Räume zum offenen Austausch über Männlichkeit entstehen.

Im Kern des aktuellen Diskurses um das Männlichkeitsbild bei den Grünen steht die Forderung, Stärke anders zu definieren – nicht als körperliche, sondern als soziale und emotionale Kompetenz. Recherchen zeigen, dass sich zahlreiche Parteien europaweit mit der Frage beschäftigen, wie sich männliche Identitäten modernisieren lassen, da insbesondere junge Männer empfänglich für reaktionäre Rollenvorbilder sind. Medien wie Taz und Zeit analysieren inzwischen die Gefahr, dass rechte Gruppen vermeintliche Unsicherheiten junger Männer ausnutzen, um antidemokratische Ideale zu verbreiten, zugleich gibt es innerhalb progressiver Kreise immer mehr Initiativen, die dem ein positives Bild von Offenheit und Gleichwertigkeit entgegenstellen.

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