Bundesregierung meidet das Wort 'Skandal' nach WM-Zwischenfall

Nach den heftigen Diskussionen über vermeintliche politische Einflussnahme bei der Fußball-WM vermeidet die Bundesregierung das Label 'Skandal' – und wiegelt die Debatte zunächst ab.

07.07.26 13:29 Uhr | 3 mal gelesen

Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer hat am Mittwoch klargestellt, dass er die Bezeichnung 'Skandal' rund um die jüngsten WM-Turbulenzen nicht für passend hält – zumindest wollte er sich diese Wortwahl nicht zu eigen machen. Daran anknüpfend, betonte Meyer, Politik habe auf dem Fußballplatz nichts verloren; Entscheidungen sollten auf dem Platz fallen, wie auch dieses Mal geschehen. Auf Nachfrage blieb Meyer wortkarg, ob Kanzler Scholz denn einen direkten Draht zu FIFA-Präsident Infantino pflegt – eine Antwort darauf blieb aus. Stein des Anstoßes war letztlich die aufgehobene Rotsperre gegen US-Spieler Folarin Balogun im Achtelfinale gegen Belgien. Während Ex-US-Präsident Trump zugegeben hat, persönlich bei Infantino interveniert zu haben, streitet Infantino sämtliche Einflussnahme ab. Das Ganze sorgte weltweit für ordentlich Wirbel, wenn auch sportlich betrachtet wenig Einfluss: Die USA schieden trotz des wieder spielberechtigten Balogun mit 1:4 gegen Belgien aus. Und manchmal, Hand aufs Herz, ist das Drumherum spannender als das Geschehen auf dem Rasen.

Der Vorfall rund um die aufgehobene Sperre von Folarin Balogun bei der Fußball-WM hat heftige, teils chaotische Debatten entfacht, insbesondere zur Frage von politischer Einmischung im internationalen Sport. Die Bundesregierung hält sich in ihren Äußerungen bedeckt und betont, dass politische Akteure sich aus fußballspezifischen Entscheidungen herauszuhalten hätten, während internationale Medien die Glaubwürdigkeit der FIFA kritisch beleuchten. Inzwischen liegen weitere Einordnungen vor: So meldet taz.de, dass die FIFA aufs Neue Transparenz vermissen lässt; spiegel.de verweist auf immer häufiger werdende politische Kontakte am Spielfeldrand, etwa durch Regierungschefs; und bei ZEIT Online werden Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit des Weltfußballs laut. Quer durch die Presse zieht sich die Debatte: Wie viel Einfluss darf Politik auf den Sport nehmen – und wird hier eine Grenze überschritten?

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