Laschet: Tomahawk-Deal sollte mit Gesprächsbereitschaft gegenüber Russland einhergehen

Armin Laschet, Chef des Auswärtigen Ausschusses und CDU-Politiker, schlägt vor, den geplanten Tomahawk-Marschflugkörperkauf nicht isoliert zu sehen, sondern als Signal für Verhandlungen an Russland zu knüpfen.

07.07.26 13:29 Uhr | 2 mal gelesen

Laschet brachte es im Interview mit „Welt” auf den Punkt: Man solle sich an den Geist des NATO-Doppelbeschlusses erinnern. Da geht es nicht einfach nur um Aufrüsten – sondern auch ums Verhandeln. ‚Wir werden mit neuen Raketen antworten, aber nur, wenn ihr nicht abrüstet.‘ So ähnlich lautete doch früher die Formel. Heute? Da werde vor allem über Waffen diskutiert, dabei sei der kontinuierliche Austausch mit Russland ziemlich eingeschlafen. Laschet mahnt: Gerade angesichts der Bedrohung durch russische Raketen – und das direkt aus St. Petersburg – sollte man Dialog und Stärke wieder klug miteinander verweben. Besonders bei mittelstrecken Raketenformaten wie Tomahawk wäre das eine gute Gelegenheit. Im Grunde, so lässt sich Laschets Gedanke übersetzen, geht es um eine Mischung aus Verteidigungssignal und ausgestreckter Hand.

Laschet ruft dazu auf, den drohenden Tomahawk-Deal nicht als reine Machtdemonstration zu verstehen, sondern zugleich ein echtes Abrüstungsangebot an Russland zu knüpfen. Historisch erinnert er damit an den NATO-Doppelbeschluss aus Zeiten des Kalten Krieges, als Nachrüstung an die Bereitschaft zu Abrüstung gekoppelt wurde. Seine Bemühung trifft einen Nerv: Gerade in Zeiten erhöhter Spannungen zwischen Russland und dem Westen fehlt vielfach ein belastbarer Dialog – kaum jemand spricht ernsthaft über Entspannung oder ein Einfrieren der Eskalationsspirale, zu sehr stehen Drohgebärden im Vordergrund. Interessanterweise wird Laschets Vorschlag heiß debattiert, weil viele Experten darin eine Chance für neue diplomatische Initiativen sehen, gerade im Kontext der aktuellen Entwicklung des Ukraine-Krieges und der verstärkten europäischen Rüstungsbemühungen. Aus aktuellem Anlass: Vor wenigen Tagen hat die NATO erneut bekräftigt, ihre östliche Flanke zu stärken und gleichzeitig Gesprächskanäle nach Moskau nicht vollständig zu kappen. Währenddessen laufen in Europa kontroverse Debatten darüber, wie viel militärische Abschreckung nötig ist – und ab wann eine neue Aufrüstungsspirale beginnt.

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