Laschet ruft dazu auf, den drohenden Tomahawk-Deal nicht als reine Machtdemonstration zu verstehen, sondern zugleich ein echtes Abrüstungsangebot an Russland zu knüpfen. Historisch erinnert er damit an den NATO-Doppelbeschluss aus Zeiten des Kalten Krieges, als Nachrüstung an die Bereitschaft zu Abrüstung gekoppelt wurde. Seine Bemühung trifft einen Nerv: Gerade in Zeiten erhöhter Spannungen zwischen Russland und dem Westen fehlt vielfach ein belastbarer Dialog – kaum jemand spricht ernsthaft über Entspannung oder ein Einfrieren der Eskalationsspirale, zu sehr stehen Drohgebärden im Vordergrund. Interessanterweise wird Laschets Vorschlag heiß debattiert, weil viele Experten darin eine Chance für neue diplomatische Initiativen sehen, gerade im Kontext der aktuellen Entwicklung des Ukraine-Krieges und der verstärkten europäischen Rüstungsbemühungen. Aus aktuellem Anlass: Vor wenigen Tagen hat die NATO erneut bekräftigt, ihre östliche Flanke zu stärken und gleichzeitig Gesprächskanäle nach Moskau nicht vollständig zu kappen. Währenddessen laufen in Europa kontroverse Debatten darüber, wie viel militärische Abschreckung nötig ist – und ab wann eine neue Aufrüstungsspirale beginnt.
07.07.26 13:28 Uhr