Generalleutnant Michael Vetter, der im Verteidigungsministerium für Innovation, Cyber und Digitalisierung sitzt, gab sich gegenüber dem 'Focus' betont optimistisch: "Die Schwächen im Digitalfunk-System wurden behoben." Klingt erstmal nach Durchatmen – schließlich traten im letzten Jahr noch massive Aussetzer auf. Nachrichten schleppend, Funkstrecken instabil, Positionsdaten? Eher Rätselraten als Echtzeit-Info. Das ist jetzt anders, schwört Vetter. Sprachqualität und Datenaustausch laufen stabil – zumindest erst mal im Testbetrieb. Wirkliche Bewährungsprobe: die nächste Einsatzübung im September.
Bemerkenswert ist eigentlich, wie riesig das Vorhaben tatsächlich ist: Über 16.000 Geräte und Fahrzeuge, von modernen Panzern bis zu Lkw-Oldtimern, brauchen neue Technik – und das alles für eine ziemlich stolze Summe von mehr als elf Milliarden Euro. Vielleicht ein Nebensatz, aber die Ehrlichkeit überrascht: Vetter gibt zu, dass die Bundeswehr technisch irgendwann mal abgehängt wurde. Die Konkurrenz, sprich andere Länder, sind da schon vor Jahrzehnten vorgedrungen. Offenbar hat man nicht geahnt, wie gewaltig die Aufgabe ist – Industrie und eigene Planer eingeschlossen.
In den letzten Monaten hat die Bundeswehr erhebliche Fortschritte bei der Beseitigung der Digitalfunk-Mängel erzielt, so Generalleutnant Vetter. Nach umfangreicher Nachbesserung funktionieren Sprachübertragungen und Datenaustausch mittlerweile stabil, wobei im September ein weiterer Härtetest ansteht. Die Modernisierung fällt spät aus und ist gewaltig – andere Nationen sind längst weiter; die Bundeswehr muss bei 16.000 älteren und neuen Systemen nachrüsten. Laut aktuellen Medienberichten wurde das Ausmaß des Problems von Anfang an unterschätzt. Neue Zusatzrecherchen zeigen, dass Digitalisierungs- und Ausrüstungsprojekte der Bundeswehr auch 2024 unter Druck stehen, vor allem, weil zusätzlich Cyber-Bedrohungen stark zunehmen und der politische Wille zu effizienteren Beschaffungsprozessen wächst.