Steigende Anspannung: Russlands Schatten auf Deutschland
Wenn Alexander Sollfrank spricht, klingt es, als spüre er persönlich Atem im Nacken. Der Bundeswehr-General warnt eindringlich: Deutschland sei längst ins Visier Russlands geraten, und zwar nicht erst seit gestern. Vor allem östliche Nachbarn im Bündnis rücken bei ihm in den Fokus – es geht ans Eingemachte, wenn auch bisher 'nur' unterhalb der Schwelle offener Gewalt.
Bedrohungslage: Angriff? Durchaus denkbar
Konkrete Pläne für einen Angriff seien bei Russland zwar nicht sichtbar, aber Sollfranks Gefühl ist eindeutig: Die reale Möglichkeit eines Militärschlags auf NATO-Gebiet schließt er nicht aus. Nehmen wir mal an, im Baltikum passiert was – ein kalter Griff nach Territorium –, dann wäre der Paradefall für den NATO-Bündnisfall eingeläutet. Ein beängstigendes Szenario, dessen Eintreten niemand wirklich ausschließen will.
Reaktion: 20.000 Soldaten auf Abruf
Das Verteidigungskonzept? Deutlich und vorbereitet. Mindestens 20.000 Mann – oder Frauen, ausdrücklich! – stünden auf Abruf bereit, um per Luft, Wasser und Straße ins Baltikum zu marschieren. Diese Truppen brächten bereits ihre Stiefel in Stellung, bevor im schlimmsten Fall der erste Schuss fällt. Dabei sieht Deutschland seine Rolle als zentrale Drehscheibe der NATO: logistisch und strategisch unverzichtbar.
Abschreckung und verstärkte Schutzvorkehrungen
Nach diversen Sabotageakten und Drohnenzwischenfällen zog die Bundeswehr die Schutzschrauben an. Mit einem neugeschärften Blick auf militärische Anlagen und verbesserter Drohnenabwehr will man dem Ernstfall zuvorkommen. Der "Operationsplan Deutschland" soll vorsorglich zeigen: Wir sind vorbereitet – und lassen uns nicht überrumpeln.
Russlands Fehler – und die Lehren daraus
Wenn es um die Ukraine geht, bleibt Sollfrank deutlich: Russlands Vorgehen sei kriminell. Und: Putin habe sich – vorsichtig gesagt – gleich in mehrfacher Hinsicht verkalkuliert. Er unterschätzte das Durchhaltevermögen der Ukrainer, überschätzte das eigene Militär und vergaß dabei die überraschende Einigkeit von NATO und EU – nicht schlecht für den Westen, könnte man meinen.
Bedeutung für Deutschland und Bevölkerung
Bunkermentalität braucht niemand entwickeln, aber sichtbar werden wird der neue Ernst: Mehr Kontrollen vor Kasernen, Bewegungen auf Häfen, Schutzkonzepte für kritische Infrastruktur. All das signalisiert Konsequenz – und mehr denn je die Bereitschaft, dass Deutschland seiner Rolle an der NATO-Ostflanke gerecht wird. Die eigentliche Aufgabe bleibt: Abschreckung und Handlungsfähigkeit in allen möglichen Grauzonen.