Da reibt man sich als steuerzahlende Bürgerin oder Bürger schon verwundert die Augen: Laut neuesten Berichten werden die für die Bundeswehr georderten 60 CH-47 Chinook-Hubschrauber aus den USA satte 631 Millionen Euro mehr kosten als ursprünglich angenommen. Damit klettert der Gesamtpreis auf etwa 7,2 Milliarden Euro – bezahlt aus dem eigens eingerichteten 100-Milliarden-Fonds für die Bundeswehr. Eigentlich sollten diese Flieger, die als ab 2027 eingeführt werden und die uralten Maschinen vom Typ CH-53 ablösen, im Rahmen bleiben. Doch höhere Zuliefererkosten, gestiegene Löhne und technische Anpassungen werden jetzt als Gründe für das Millionen-Plus genannt – Hersteller Boeing fordert zudem noch mal Nachschlag für zusätzliche Konfigurationswünsche. Das Verteidigungsministerium wiegelt ab: sogenannte "normale" Kostensteigerungen, der bisherige Preis sei eh nur eine grobe Schätzung gewesen – mit dem aktuell festgelegten Rahmen könne erst der Vertragsabschluss mit Boeing und der US-Regierung stattfinden. Wer sich gefragt hat, ob solche Auslandsgeschäfte etwas Beständigkeit in die Kosten bringen: Eigentlich sollte genau der direkte Kauf über die US-Regierung Preisexplosionen verhindern. Nun, offenbar doch nicht. Solche Prozesse wirken manchmal erstaunlich zäh und auch etwas undurchschaubar – aber genau das ist wohl Rüstungsalltag.
Die Beschaffung der neuen Schwerlasttransporthubschrauber CH-47 Chinook für die Bundeswehr, ursprünglich mit etwa 6,5 Milliarden Euro veranschlagt, wird teurer als gedacht und überschreitet nun die 7-Milliarden-Grenze. Neben den steigenden Material- und Arbeitskosten werden auch Änderungen am Helikopterdesign und Inflationsanpassungen als Ursachen genannt. In den deutschen Medien wird die Transparenz und Effizienz solcher Rüstungsverträge allgemein kritisch betrachtet, zumal die NATO-Partner Frankreich und Spanien ähnliche Beschaffungsprogramme haben und ebenso mit Kostensteigerungen kämpfen. Recherchen zeigen, dass neben den gestiegenen direkten Kosten auch langfristige Wartungs- und Betriebsausgaben eine gewichtige Rolle spielen werden. Nach neuesten Berichten ist zudem noch unklar, ob die angepasste Finanzierung im Haushaltsauschuss problemlos durchgewunken wird oder ob noch Nachverhandlungen anstehen. (Zusätzliche Informationen aus: FAZ, Zeit, Spiegel, Stand: Juni 2024)