Burger-Dialog: Ehrenamt am Katzentisch?

Berlin – Es gibt Tage, da prallen Welten aufeinander. Im Europacenter hockten Politiker:innen, Rapper Eko Fresh und Engagierte bei Pommes und Burgern zusammen. Das Ergebnis: Fast 27 Millionen Menschen packen in ihrer Freizeit in Deutschland ehrenamtlich mit an – bloß Gehör verschafft ihnen bislang kaum jemand.

heute 12:39 Uhr | 2 mal gelesen

Die Gesprächsrunde namens „Burger Dialog“ – und ja, sie fand tatsächlich in einer McDonald’s Filiale statt – brachte Leute aus völlig verschiedenen Ecken zusammen: Johanna Börgermann von den Jusos, Julian Joswig (Grüne), Clara von Nathusius (Junge Union) und Eko Fresh sowie Vertreter:innen der Berliner Engagierten-Szene. Das Thema waberte zwischen Forderungen an die Politik und persönlichen Geschichten – ernst, aber nicht trocken: Wie schaffen wir es, Menschen den Start ins Ehrenamt leichter zu machen? Und ist ein bisschen Applaus alles, was es am Ende gibt? Schnell wurde klar: Selbst das schönste Kompliment für Ehrenamtliche reicht nicht. Sie stemmen unfassbar viel, bleiben aber fast unsichtbar – politisch gefühlt immer die Notlösung, wenn Personal fehlt. Clara von Nathusius schlug vor, Engagement in der Rente zu belohnen, Joswig betonte, dass nicht nur junge Leute zupacken, und Börgermann warnte davor, Ehrenamtliche als billigen Ersatz für Fachkräfte zu missbrauchen. Das war kein nettes Beisammensein, sondern sorgte für Reibung. Eko Fresh steuerte eine überraschend nachdenkliche Beobachtung bei: Zugangshürden. Man muss erst einmal wissen, wo man helfen kann. Besonders bewegt hat viele die Geschichte von Nahid Hashemi, die nach ihrer Flucht ruckzuck in einem Senioren-Café mithalf. Diese kleinen Geschichten zeigen, wie Engagement an Orten entsteht, wo niemand damit rechnet. Am Ende betonte McDonald’s-Sprecher Markus Weiß: Die Millionen Ehrenamtlichen verdienen Sichtbarkeit und mehr als leere Worte. Der Burger-Dialog wandert als nächstes nach Köln weiter – dann zum Thema sozialer Aufstieg. Übrigens: Die dazugehörige Kampagne „Weil wir es lieben“ von McDonald’s soll 2026 ordentlich Schwung ins Thema Ehrenamt bringen. Wer Lust auf einen Videorückblick hat, findet den Film online sowie Bilder für die Presse.

Der Burger-Dialog in Berlin verdeutlichte, dass Ehrenamt in Deutschland politisch oft übersehen wird – trotz der fast 27 Millionen Menschen, die sich engagieren. Die Diskussion zeigte: Wertschätzung ist zwar nett, aber konkrete Unterstützung, vielleicht sogar durch Rentenpunkte oder vereinfachte Zugänge, wäre hilfreicher. Nach neuen Berichten ist das Thema Ehrenamt aktuell in mehreren Medien präsent: So berichtet die Süddeutsche Zeitung ausführlich über bürokratische Hürden, die vielen Engagierten zusetzen. Auch auf Zeit Online wird diskutiert, wie mehr Teilhabe und Wertschätzung im Ehrenamt geschaffen werden kann. Die FAZ nimmt die gesellschaftliche Kluft in den Blick, die sich etwa zwischen jüngeren, urbanen Gruppen und ländlichen Vereinen auftut. Insgesamt bleibt deutlich: Vieles steht und fällt mit politischen Rahmenbedingungen, gezieltem Bürokratieabbau und echter Finanzierung.

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