Die geplante Verpflichtung zur Krankschreibung bereits ab dem ersten Krankheitstag trifft in der Arbeitnehmerschaft auf wenig Gegenliebe. Christian Bäumler von der CDA warnt, dass damit sowohl Patient:innen als auch Ärzt:innen unnötig belastet würden – zumal das bestehende Gesetz den Arbeitgebern schon jetzt Handlungsspielraum gibt. Aktuelle Meinungen aus Medien und Verbänden zeigen quer durch verschiedene politische Lager deutliche Skepsis: Es gibt Bedenken wegen zusätzlicher Belastungen für stark beanspruchte Hausarztpraxen und einer drohenden Verschärfung des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen. Weiterführend: Seitdem der Vorschlag kommuniziert wurde, mehren sich Stimmen, die die Wirkung solcher Maßnahmen grundsätzlich hinterfragen – insbesondere im Kontext von Digitalisierung, Arbeitsrealität und Vertrauensarbeitszeit. Recherchen zeigen zudem Berichte über eine verstärkte Nutzung von Krankschreibungen per Telefon während der Pandemie, was als Zeichen für funktionierende Eigenverantwortung gewertet wird. Einige Arbeitgeberverbände begrüßen die Klarstellung, verweist aber auf die Notwendigkeit effizienter Umsetzung und möglicher digitaler Lösungen zur Entlastung aller Seiten. Ein Blick ins Ausland: In mehreren europäischen Ländern ist es längst üblich, erst nach mehreren Tagen eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, was vielfach als erfolgreich erlebt wird.