Johann Wadephul, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Norden, sieht es mit ein wenig Wehmut, dass seine Kinder keine Plattdeutsch-Sprecher geworden sind. Seine Frau spreche diesen norddeutschen Dialekt selbst nicht, und so fehlte einfach das alltägliche Sprachbad, wie Wadephul anmerkt. Interessant: Laut UNESCO gilt Plattdeutsch inzwischen als bedrohte Sprache, und bundespolitisch spielt der Dialekt nur am Rande eine Rolle. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen bemühen sich allerdings Lehrer*innen, Vereine und ehrenamtliche Initiativen, das Platt in den Schulen und im Alltag lebendig zu halten – mal spielerisch, mal ganz ernst. Neuerdings gibt es sogar Social-Media-Profile, die versuchen, der Sprache einen modernen Anstrich zu geben. Trotzdem: In der breiten Bevölkerung schwindet die Zahl der Sprecher weiter. Es scheint also nicht nur ein persönliches Problem von Wadephul zu sein – sondern ein gesellschaftliches.
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