CDU-Politiker Wadephul: Bedauern um fehlende Plattdeutsch-Kenntnisse seiner Kinder

Johann Wadephul (CDU) spricht offen darüber, dass seine Kinder kein Plattdeutsch gelernt haben und das offenbar beide Seiten bedauern.

heute 14:40 Uhr | 2 mal gelesen

Es ist fast schon ein persönliches Bekenntnis: Weil seine Frau das Plattdeutsche nicht beherrsche, sei es in der Familie eben kein Thema geworden, meinte Wadephul gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Muttersprache heißt es nicht umsonst – die Mutter gibt den Ton an, der Vater steht eher an der Seitenlinie", sinniert er halb ernst, halb augenzwinkernd zum Thema Sprachweitergabe. Auf den Einwurf, ob eigentlich noch jemand aus der Politik Plattdeutsch wirklich einsetzt, hat er eine ziemlich ernüchternde Antwort: „Ich glaube eher nicht, da kenne ich keinen Kollegen.“ Im Berliner Politikbetrieb, sagt er, finde Plattdeutsch praktisch nicht statt. Nur ganz selten, zu Hause in Schleswig-Holstein, hole er den alten Dialekt nochmal hervor. Plattdeutsch, das klingt für ihn nach Heimat, aber eben einer, die nur noch selten gehört wird.

Johann Wadephul, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Norden, sieht es mit ein wenig Wehmut, dass seine Kinder keine Plattdeutsch-Sprecher geworden sind. Seine Frau spreche diesen norddeutschen Dialekt selbst nicht, und so fehlte einfach das alltägliche Sprachbad, wie Wadephul anmerkt. Interessant: Laut UNESCO gilt Plattdeutsch inzwischen als bedrohte Sprache, und bundespolitisch spielt der Dialekt nur am Rande eine Rolle. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen bemühen sich allerdings Lehrer*innen, Vereine und ehrenamtliche Initiativen, das Platt in den Schulen und im Alltag lebendig zu halten – mal spielerisch, mal ganz ernst. Neuerdings gibt es sogar Social-Media-Profile, die versuchen, der Sprache einen modernen Anstrich zu geben. Trotzdem: In der breiten Bevölkerung schwindet die Zahl der Sprecher weiter. Es scheint also nicht nur ein persönliches Problem von Wadephul zu sein – sondern ein gesellschaftliches.

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