CDU-Politiker Wadephul weist türkischen Außenminister wegen Israel-Kritik zurecht

Wenige Tage vor dem NATO-Gipfel in Ankara sind die Spannungen gestiegen: CDU-Außenpolitiker Johann Wadephul äußert scharfe Kritik an Aussagen des türkischen Außenministers Hakan Fidan über Israel.

05.07.26 15:00 Uhr | 1 mal gelesen

Unmittelbar vor dem Start des NATO-Treffens meldet sich Johann Wadephul (CDU) zu Wort: Er findet klare Worte für die jüngsten Äußerungen seines türkischen Kollegen Fidan. Israel sei nach wie vor großen Gefahren aus seiner Nachbarschaft ausgesetzt, deshalb stehe ihm das Recht und die Pflicht zu, die eigene Bevölkerung zu schützen – so sieht es Wadephul. Der Hintergrund: Fidan hatte jüngst in einem TV-Interview Israel als 'globales Problem' bezeichnet, sogar so weit gehend zu behaupten, Israels Politik und Denkweise seien für die Menschheit eine Last. Ein Statement, das alles andere als zufällig klingt. Um dem Ganzen nicht einfach tatenlos zuzusehen, plant Wadephul nach eigenen Worten noch vor Gipfelbeginn eine Reise nach Israel. Dort will er sich mit Außenminister Gideon Sa'ar treffen und die Entwicklungen im Nahen Osten besprechen. Sein Ziel – das klingt beinahe idealistisch – sei es, mehr Verständnis zwischen Ankara und Jerusalem zu schaffen. Wobei er selbst einräumt: Ohne einen gemeinsamen, tragfähigen Konsens beider Seiten wird eine friedliche Lösung im Nahen Osten schwer vorstellbar bleiben.

Wadephuls ungewöhnlich deutliche Kritik an seinem türkischen Amtskollegen fällt in eine Phase wachsender Spannungen zwischen der Türkei und Israel, die beide strategisch für den Westen wichtig sind. Während die Türkei unter Präsident Erdoğan und Außenminister Fidan immer wieder Israels Politik lautstark verurteilt, steht Deutschland weiter fest an der Seite Israels – auch angesichts der verschärften Sicherheitslage nach dem 7. Oktober 2023. Inzwischen berichten zahlreiche Medien, dass die Bundesregierung sich international für eine Wiederannäherung der beiden Staaten einsetzt, wobei die fragile Balance zwischen Kritik und Diplomatie fast schon auf einem Drahtseilakt gleicht. In letzter Zeit verschärfte Fidan seine Rhetorik, und auch global wächst der Druck auf Israel – etwa wegen der Lage in Gaza – während westliche Regierungsvertreter wie Wadephul teils mit offenen Worten gegensteuern. Darüber hinaus hat Deutschland betont, die Stabilität des Nahen Ostens könne nur durch Dialog und Gradlinigkeit aufrechterhalten werden, wobei persönliche Begegnungen zwischen Regierungsvertretern als positive Zeichen gewertet werden.

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