Chrupalla pocht auf AfD-Doppelspitze: „Zusammen ist besser“

Tino Chrupalla, Vorsitzender der AfD, hat die Führung der Partei zu zweit verteidigt – trotz wachsender Stimmen aus den eigenen Reihen, die das Modell abschaffen wollen.

03.07.26 11:18 Uhr | 1 mal gelesen

Tino Chrupalla fühlt sich im Doppelpack mit Alice Weidel an der AfD-Spitze wohler, als in der Einzelrolle – warum auch ändern, wenn es für ihn läuft? Im Gespräch mit der ARD klingt er fast schon gelassen: Wozu sich allein an die Spitze setzen, solange man sich nicht spinnefeind ist? „Wir mögen uns“, gibt er schlicht zu Protokoll und erklärt, dass sie sich die Arbeit teilen. Die interne Diskussion um die Einpersonenführung hält er für überflüssig. Auf dem kommenden Parteitag in Erfurt werden beide wieder für die Doppelspitze antreten. Interessanterweise räumt Chrupalla ein, dass es zwischen ihm und Weidel durchaus Meinungsverschiedenheiten gibt – etwa hinsichtlich der Wehrpflicht oder des Russland-Kurses. Aber, so sagt er, man müsse nicht immer wie ein Echo klingen: Unterschiede seien sogar der Normalfall. Der Parteitag selbst wird, wie gewohnt, von Protesten begleitet – und tatsächlich macht sich Chrupalla auch Sorgen um mögliche Gewalt. Er wünscht sich friedliche Demonstrationen, findet Blockadeaufrufe aber klaren Rechtsverstoß: Der Staat soll da nicht zusehen, sondern agieren. Besonders stört ihn, dass ausgerechnet Linke und Grüne für die Verhinderung des Parteitages trommeln. In einer Demokratie sei das Versammlungsrecht nicht verhandelbar, darauf pocht er – und es ärgert ihn offenbar, dass es überhaupt erstritten werden muss. Was die Rechtsextremismus-Vorwürfe gegen die AfD betrifft, zeigt sich Chrupalla gelassen – und auch ein Stück weit trotzig: Für ihn ist die Definition enger gesteckt – Gewalt gegen das Grundgesetz. Dies sieht er bei AfD-Mitgliedern nicht. Die 28.000 im aktuellen Verfassungsschutzbericht aufgeführten Extremisten will er nicht gelten lassen und kritisiert die mangelnde Transparenz der Behörde. Wer beschuldigt wird, sollte Gelegenheit zur Verteidigung erhalten – so verlangt es sein Rechtsstaatsempfinden.

Chrupalla widersetzt sich dem Wunsch nach einer Einzelspitze in der AfD, weil er in der geteilten Führung Vorteile sieht – insbesondere im Zusammenspiel mit Alice Weidel. Er akzeptiert interne Uneinigkeiten und stellt klar, dass Differenzen normal und sogar wertvoll sein können. Auffallend ist die Intensität der Proteste rund um den anstehenden Parteitag in Erfurt; Chrupalla sieht darin einen gefährlichen Angriff auf demokratische Grundrechte. Er verlangt vom Staat ein konsequentes Eingreifen bei Blockadeaktionen. Zugleich wehrt er sich gegen den Ruch des Rechtsextremismus – mit der Argumentation, Parteinähe zu Gewalt gegen das Grundgesetz gäbe es nicht, und Transparenz vom Verfassungsschutz sei überfällig. So meldeten mehrere Medien, darunter die Süddeutsche und die Zeit, dass die Proteste in Erfurt seit Tagen vorbereitet werden und die Polizei von einem massiven Sicherheitsaufgebot ausgeht. In anderen Artikeln, etwa bei Spiegel und der FAZ, wird zudem beleuchtet, wie die Doppelspitze aus Chrupalla und Weidel polarisiert: Zwar wird auf innerparteiliche Spannungen hingewiesen, doch bleibt die Führung vorerst bestehen. Bundesweit sei erneut debattiert worden, inwiefern die Etikettierung der AfD als rechtsextrem den politischen Umgang mit der Partei präge; dabei stellen viele die Frage nach dem Umgang demokratischer Institutionen mit der starken Protestkultur und deren Grenzbereichen.

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