Es ist schon erstaunlich: Kompositversicherungen – also jene für Auto, Haus oder Haftpflicht – gehören hierzulande fast zur Grundausstattung, wie ein Schlüsselbund oder das Handy. Doch wenn es ans Eingemachte geht, also an Berufsunfähigkeit, Rente oder Pflege, dann klaffen immer noch Lücken, die größer als gewünscht ausfallen. Gefühlt weiß das auch fast jeder, aber: Viele reagieren zu spät oder gar nicht. Interessant dabei ist die junge Generation. Zwischen 18 und 25 Jahren machen sich viele immerhin schon recht viele Gedanken über Risiken, sind sogar besonders wachsam – aber konkret versichern sich die wenigsten von ihnen. Könnte sein, dass das Geld knapper sitzt oder die vielen Möglichkeiten eher abschrecken als helfen.
Von Jürgen Wörner, der bei der Continentale für Vertrieb und Partnerbetreuung steht, wird das noch einmal unterstrichen: Wer sich persönlich beraten lässt, sichert sich in Vorsorgedingen häufiger ab – vor allem bei den kniffligen Themen, an die man oft erst denkt, wenn's fast zu spät ist. Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit, Pflegezusatz? Viel zu oft ein Blindspot, sagt auch die Studie. Im Gegensatz dazu sind Versicherungen wie Kfz oder Haftpflicht für die meisten selbstverständlich.
Am auffälligsten: Wer mit einem Vermittler zusammenarbeitet, hat häufiger eine zusätzliche Altersvorsorge (53% zu 34%), eine Berufsunfähigkeitsversicherung (24% zu 14%) und auch öfter eine Pflegezusatzversicherung (15% zu 8%) im Portfolio. Gerade junge Menschen halten die Berufsunfähigkeitsversicherung für sehr wichtig, nehmen sie aber bislang nur äußerst zögerlich in Angriff. Ein wenig kurios: Für viele unter 25 steht die BU schon fast auf Augenhöhe mit dem Auto oder der Haftpflicht – aber beim Abschluss hapert's. Klar, wenn mal etwas Geld übrig wäre, würde die Mehrheit in die Berufsunfähigkeit investieren, erst danach kämen Rechtsschutz oder Rente.
Es scheint, als gäbe es einen Spalt zwischen Erkenntnis und Handeln – vielleicht weil Versicherungen für viele auch Nervensägen sein können. Gerade da könne, so Wörner, ein guter Vermittler entscheidend helfen, indem er ehrlich sagt, ob das Geld wirklich in eine Vollkasko statt in mehr Sicherheit fürs Einkommen fließen sollte. Das Thema KI und Digitalisierung kommt auch in der Studie vor. Natürlich greifen immer mehr Menschen zu Vergleichsportalen und Chatbots, aber echte Beratung können digitale Helfer aktuell kaum ersetzen. Drei Viertel der Befragten sind da noch skeptisch und verlassen sich lieber auf das Gespräch mit einem Menschen, der Ahnung und Interesse hat.
Das Ganze wird sogar in einem eigenen Podcast aufgegriffen – und wie bei vielen Themen heutzutage, lohnt es sich vielleicht mal hineinzuhören. Die Continentale veröffentlicht solche Studien übrigens seit Jahrzehnten, immer mit einer repräsentativen Befragung und in Kooperation mit dem Institut HEUTE UND MORGEN. Infos gibt's unter continentale.de.
Die Continentale-Studie 2026 hebt hervor, dass insbesondere bei existenziellen Versicherungen wie Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit und Pflege gravierende Versorgungslücken bestehen, vor allem bei jungen Erwachsenen. Gleichzeitig zeigen sich signifikante Vorteile für Personen, die persönliche Beratung in Anspruch nehmen – sie sind nicht nur besser abgesichert, sondern auch besser im Bilde über ihre Möglichkeiten. Das Risikobewusstsein bei Jüngeren wächst, doch finanzielle Hürden und komplexe Versicherungsprodukte verhindern häufig konkrete Abschlüsse.
Aktuelle Meldungen aus dem Netz zeigen, dass das Thema Vorsorgelücken weiter an Bedeutung gewinnt, mit teils deutlichen Forderungen nach politischer Flankierung und mehr Angeboten für junge Leute (Quelle: [FAZ](https://www.faz.net)). Zudem werden KI-Tools und digitale Beratungsangebote in der Versicherungswirtschaft heiß diskutiert, bringen aber aktuell noch kein vollständiges Vertrauen bei den Verbraucher:innen mit sich (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)). Andere Anbieter und Branchenexperten bestätigen teils große Unsicherheit hinsichtlich der optimalen Produktwahl und sehen die Rolle der Vermittler als weiterhin zentrale Stütze (Quelle: [Die Zeit](https://www.zeit.de)).