Deutsche Unternehmen unter globalem Druck – Wettbewerbsnachteile nehmen zu

Immer mehr Industriebetriebe in Deutschland fühlen sich international abgehängt.

heute 07:59 Uhr | 3 mal gelesen

Man spürt förmlich die Nervosität: In einer aktuellen Befragung des Ifo-Instituts geben mehr als ein Viertel der deutschen Industrieunternehmen an, dass sie außerhalb der EU mit deutlich schwindender Wettbewerbsstärke kämpfen. Das betrifft im Detail 25,2 Prozent der befragten Firmen – in Europa fühlen sich immerhin 15,5 Prozent in ihrer Position geschwächt. Laut Klaus Wohlrabe, dem Umfragechef des Instituts, spitzt sich die Lage weiter zu – eine Trendwende scheint bislang, mit Blick auf die Zahlen, nicht in Sicht. Schaut man genauer hin, finden sich diese Bedenken quer durch alle Industriezweige. Besonders dramatisch sieht es wohl im Autobereich (knapp 38 % meinen, ins Hintertreffen zu geraten) und im Maschinenbau (etwa ein Drittel äußert Skepsis) aus – ähnlich trüb ist die Stimmung bei Metallherstellung und -verarbeitung. Interessant: Im Chemiesektor blitzt zumindest ein Fünkchen Hoffnung auf, jedoch nur im europäischen Kontext. Global gesehen trübt sich das Bild auch hier weiter ein. Letztlich, so Wohlrabe, brauche Deutschland einen echten Kurswechsel – ohne grundlegende Reformen fährt der Industrie-„Tank“ wohl weiter in die falsche Richtung.

Die deutschen Industrieunternehmen sind zunehmend besorgt um ihre Konkurrenzfähigkeit – vor allem außerhalb Europas leuchtet die Warnlampe rot. Laut Ifo-Umfrage fühlen sich Schlüsselbranchen wie Automobil- und Maschinenbau von Wettbewerbsnachteilen besonders betroffen, was die wirtschaftliche Stimmung im Land weiter belastet. Ursachen werden verschiedentlich diskutiert: Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und ein Übermaß an Bürokratie sind besonders häufig genannte Hindernisse, während die fortschreitende Digitalisierung und produktive Reformen als mögliche Auswege gesehen werden – konkrete Schritte bleiben allerdings aus, wie mehrere Kommentarspalten vermuten lassen. Ergänzend: Die Debatte darüber, ob Deutschlands Industriemodell an Flexibilität und Innovationskraft eingebüßt hat, zieht sich quer durch Medien und Fachkreise. Einige Optimist:innen hoffen auf eine Wiederbelebung durch Investitionen in Klimaschutztechnologien und Digitalisierung, während andere befürchten, dass der internationale Anschluss dauerhaft verpasst werden könnte. Überraschenderweise spielt dabei nicht nur China, sondern auch die wachsende Konkurrenz aus den USA und anderen asiatischen Märkten eine Rolle – die Spielregeln auf den Weltmärkten ändern sich schneller, als viele zugeben mochten.

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