Rheinmetalls wachsende Dominanz: Kommt das Monopol in der Rüstungsbranche?

Immer mehr Experten blicken skeptisch auf die zunehmende Machtfülle von Rheinmetall – besonders angesichts der aktuellen politischen Großwetterlage und exorbitanten Aufrüstungsschübe. Wird der Konzern zum unantastbaren Schwergewicht?

heute 08:37 Uhr | 2 mal gelesen

Abhängigkeit – das Wort klingt schwer nach Katerstimmung. Genau davor warnt jedenfalls Rupprecht Podszun, Jurist in Düsseldorf und ein scharfer Beobachter der Monopolstrukturen: Rheinmetall könnte sich zur "Google"-Instanz der Waffenwelt aufschwingen. Klingt übertrieben? Zumindest steht fest, dass Rheinmetall durch die politischen Entwicklungen nach Kriegsbeginn in der Ukraine eine Entwicklung hinlegt, die ihresgleichen suchte: Binnen weniger Jahre verdoppelt sich der Umsatz auf fast 10 Milliarden Euro. Und das, während der Konzern längst schon nicht mehr nur Panzer, sondern auch Schiffe, Drohnen und Satelliten fertigt. Die Konkurrenz? Schrumpft. Besonders die Bundeswehr hat oft schlicht keine Wahl mehr, denn Alternativen zu Rheinmetall sind rar – und das Unternehmen setzt die Preise, vor allem bei spezieller, in der Luft detonierender Munition. Ein bisschen gefährlich fühlt sich das an. Aber funktioniert Regulierung überhaupt noch, wenn alle am Tropf hängen? Wer weiß das schon.

Rheinmetall ist zum zentralen Akteur der deutschen Rüstungsindustrie gewachsen – sehr zur Sorge von Monopolwächtern wie Rupprecht Podszun. Seine Warnung: Wenn der Konzern weiter so expandiert, steigt nicht nur die Abhängigkeit von Politik und Bundeswehr, sondern auch die Gefahr, dass Marktmacht in Preisdiktate umschlägt und Innovationen behindert werden. Tatsächlich berichten Brancheninsider von steigenden Kosten insbesondere bei sogenannter tempierbarer Munition, während Alternativen fast komplett fehlen. In den vergangenen Wochen wurde zudem berichtet, dass Rheinmetall weitere internationale Märkte erschließen möchte, unter anderem mit der Lieferung von Munition und Technologie an Partnerländer wie Griechenland und Australien. Das Unternehmen investiert zusätzlich kräftig in den Bereich unbemannte Systeme. Kritiker merken an, dass eine derartige Konzentration Risiken für den Wettbewerb und die Verteidigungsfähigkeit birgt, sollte Rheinmetall einmal in Schwierigkeiten geraten. Auch internationale Wettbewerber wie BAE Systems und Leonardo intensivieren ihre Expansion, allerdings ohne die Marktpräsenz in Deutschland erreichen zu können.

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