IG Metall wehrt sich gegen Anrechnung der Einmalprämie auf Lohnzuwächse

Die IG Metall stellt klar: Die geplante Entlastungsprämie der Bundesregierung soll keinesfalls mit nachhaltigen Gehaltserhöhungen verrechnet werden. Gewerkschaftschefin Benner sieht die Einmalzahlung lediglich als Notmaßnahme gegen aktuelle Teuerungen.

heute 07:03 Uhr | 3 mal gelesen

Mit Blick auf die anstehenden Tarifverhandlungen wendet sich die IG Metall entschieden gegen den Plan, die von der Bundesregierung vorgeschlagene Entlastungsprämie von 1.000 Euro auf dauerhafte Gehaltssteigerungen anzurechnen. Christiane Benner, Vorsitzende der Gewerkschaft, betont im Interview mit der Funke-Mediengruppe, dass diese Prämie eigentlich schnell und unkompliziert an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgezahlt werden müsse – als konkrete Hilfe in diesen angespannten Zeiten. Aber seien wir mal ehrlich: Langfristige Probleme wie steigende Mietkosten und teure Lebensmittel werden nicht durch einen einmaligen Geldsegen gelöst. "Unser Kernauftrag ist es, für echte und langfristige Einkommensverbesserungen zu kämpfen", macht Benner deutlich. Im Zuge der zuletzt gestiegenen Energiepreise hatte die schwarz-rote Koalition neben der temporären Steuersenkung auf Kraftstoffe auch steuerfreie Prämienzahlungen ins Spiel gebracht. Die IG Metall geht angesichts von knapp vier Millionen Betroffenen in der Metall- und Elektroindustrie forsch in die nächste Tarifrunde, hinzu kommen laufende Verhandlungen in Bereichen wie Stahl, Handwerk und bei VW. Die heiße Phase startet im Herbst – aber schon jetzt lässt die Gewerkschaft keinen Zweifel daran, dass kurzfristige Hilfen nicht als Substitut für dauerhaften Gehaltsaufwuchs akzeptiert werden.

Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte steht die Weigerung der IG Metall, die von der Ampel-Koalition geplante 1.000-Euro-Einmalprämie auf zukünftige Lohnerhöhungen anzurechnen. Christiane Benner hebt hervor, dass diese Initiative kurzfristig helfen könne, angesichts dauerhaft erhöhter Lebenshaltungskosten jedoch strukturelle Lohnsteigerungen unerlässlich bleiben. Die Tarifverhandlungen, die insbesondere in den Kernbranchen Metall, Elektro, Stahl und Automobil in Kürze anstehen, könnten einen wegweisenden Charakter für ähnliche Regelungen in anderen Branchen einnehmen. Laut einer aktuellen Umfrage herrscht unter den Mitgliedern der IG Metall große Unsicherheit, wie steigende Preise im Alltag ausgeglichen werden können. Zusätzlich kritisieren Experten, dass Einmalzahlungen Gefahr laufen, strukturelle Einkommensprobleme zu kaschieren statt zu lösen. Die Prämie wird als kurzfristige Entlastung begrüßt – aber echte Planungssicherheit entsteht erst mit dauerhaft höheren Löhnen.

Schlagwort aus diesem Artikel