Vier ARTE-Koproduktionen triumphieren beim 76. Deutschen Filmpreis – Lola in Silber und mehr

Berlin hat wieder gefeiert: Bei der diesjährigen 76. Verleihung des Deutschen Filmpreises räumten gleich vier ARTE-Koproduktionen ab. Ein Abend voller bewegender Momente und Überraschungen – nicht nur für Zuschauer, sondern auch für die Preisträger.

heute 11:59 Uhr | 3 mal gelesen

Es wirkte schon fast wie eine kleine Revolution: Am Freitagabend im Palais am Funkturm leuchtete der Filmpreis in neuen Farben, besonders für ARTE. "Gelbe Briefe", das Gemeinschaftsprojekt von Ilker Çatak, ZDF und ARTE, wurde mit der Lola in Silber ausgezeichnet – Ingo Fliess als Produzent dürfte diese Würdigung enorm gefreut haben. Marvin Miller heimste zudem den Preis für die beste Filmmusik ein. Eigentlich faszinierend zu sehen, wie sich eine deutsch-französisch-türkische Produktion gegen die Konkurrenz durchsetzt. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte "Das Verschwinden des Josef Mengele". Der düstere Spielfilm adaptierte den Roman von Olivier Guez und brachte August Diehl ganz nach vorne: Als bester Hauptdarsteller wurde er geehrt. Dieser Streifen entstand unter Regie von Kirill Serebrennikov und in gemeinsamer Sache von BR, ARTE France Cinéma und weiteren internationalen Partnern – eine echte Mammut-Kooperation. Doch auch abseits des Spielfilms glänzte das Dokumentarische: Sabine Lidl und Irene Höfer wurden für "Siri Hustvedt – Dance Around the Self" mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm belohnt. Diese detailverliebte Doku, eine Gemeinschaftsarbeit von Medea Film Factory und NDR/ARTE, taucht tief in die Gedankensphären der Schriftstellerin Hustvedt ein. Und mitten im Trubel eine Hommage an einen alten Meister: Der Ehrenpreis ging dieses Jahr an Regisseur Wim Wenders, der in seiner langen Karriere immer wieder Grenzen überschritt. Die ARTE-Doku "Wim Wenders – Der ewig Suchende" ist online verfügbar und gibt einen sehr persönlichen Blick auf den kreativen Nomaden. Übrigens findet sich die vollständige Preisträgerliste auf der Webseite der Lola – falls hier jemand nach den Details sucht. Alles in allem, ARTE hat viele Gründe zu feiern – und das deutsche Kino auch.

Der 76. Deutsche Filmpreis zeigte eindrucksvoll die internationale und thematische Vielfalt heutiger Filmkunst – nicht zuletzt dank starker ARTE-Koproduktionen. Der Spielfilm "Gelbe Briefe" gewann die Lola in Silber und beste Filmmusik, "Das Verschwinden des Josef Mengele" überzeugte mit August Diehl in der Hauptrolle, während die Doku "Siri Hustvedt - Dance Around the Self" bei den Dokumentarfilmen glänzte. Ehren-Lolas gingen außerdem an Wim Wenders, begleitet von intensiven Diskussionen über die aktuellen Herausforderungen und gesellschaftliche Relevanz deutscher Filme: In jüngsten Berichten wurde zudem verstärkt über den Einfluss internationaler Koproduktionen auf die deutsche Kulturlandschaft geschrieben und dabei debattiert, wie Förderstrukturen weiter geöffnet und diversifiziert werden könnten. Auf taz.de wird etwa die Frage behandelt, wie der Filmpreis als Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche funktioniert und wie aktuelle Themen wie Identität oder Migration im deutschen Film Platz finden. Der Spiegel griff in einem aktuellen Longread auf, wie Streamingplattformen das Kräfteverhältnis für Koproduktionen verändern, inklusive Reflexionen über die Chancen kleinerer Studios. Außerdem analysiert die Süddeutsche Zeitung kritisch, inwieweit filmische Preise wie die Lola überregionale kulturelle Aufmerksamkeit sichern und sogar politische Akzente setzen.

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