Weber fordert also nicht bloß Filtersysteme oder Warnhinweise, sondern eine grundsätzliche Beschränkung für Jugendliche, die durch technische Zugangslösungen gestützt sein sollen. Diese Idee ist derzeit politisch umstritten; während einige Spitzenpolitiker ihn unterstützen, halten andere sie für übergriffig oder schwer umsetzbar. In Bezug auf die Algorithmen ist Webers Misstrauen teil eines größeren Trends zur Forderung nach mehr Transparenz und Kontrolle über die Meinungsbildung in digitalen Räumen – ein Thema, das besonders in Hinblick auf die Reichweite rechter Inhalte in den sozialen Medien immer wieder neu aufflammt. Noch weitergedacht: Laut aktuellen Berichten aus Großbritannien und Frankreich verschärfen auch andere EU-Länder Überlegungen zu Alterskontrollen auf Social-Media-Plattformen. Zahlreiche Studien zeigen, wie sich exzessive Mediennutzung negativ auf das Wohlbefinden Jugendlicher auswirkt: Angst, Depression und auch Suchtverhalten nehmen zu. Zugleich warnen Experten vor einer Komplettsperre, weil Social Media nicht nur Risiken birgt, sondern Jugendlichen auch Räume für sozialen Austausch und Bildung eröffnet. Verschiedene Tech-Konzerne, darunter Meta und TikTok, prüfen aktuell Modelle für eine stärkere Altersverifikation – das Thema bleibt also gesellschaftlich und juristisch hochbrisant.