Streit um Social-Media-Zugang: CSU-Politiker Weber plädiert für Altersbeschränkungen

Manfred Weber, prominentes CSU-Mitglied und Vorsitzender der Europäischen Volkspartei, will Kinder und Jugendliche zumindest teilweise aus Social Media raushalten – wegen der vielen ungefilterten und oft verstörenden Inhalte.

heute 12:32 Uhr | 2 mal gelesen

Manfred Weber machte in einem Interview mit den Funke-Zeitungen ziemlich klar, was ihm in puncto Jugendschutz vorschwebt: Ein deutliches Betretungsverbot für Minderjährige, besonders bei Themen, die zu explizit oder gar brutal sind. Er argumentierte, es sei paradox, wenn Zwölfjährige bei Filmen bestimmte Inhalte nicht sehen dürfen, im Internet aber erst recht den Zugriff darauf erhalten. Weber widerspricht damit öffentlich nicht nur Markus Söder, sondern auch anderen CSU-Größen, die vor zu viel staatlicher Kontrolle warnen. Interessant ist, dass Teile der Berliner Politik anders denken: CDU, SPD und auch einige Landesfürsten unterstützen Webers Forderung – und Ursula von der Leyen will auf EU-Ebene demnächst Nägel mit Köpfen machen. Weber geht das Thema allerdings noch größer an: Er fordert auch mehr Transparenz über die Funktionsweise von Social-Media-Plattformen, viele davon entscheiden schließlich mit ihren fragwürdigen Algorithmen, was bei uns durch den Newsfeed rauscht – oder eben nicht. Vor allem die Verquickung von Politik und sozialen Medien, wie kürzlich beim AfD-Parteitag mit Elon Musk als Videogast, hält Weber für gefährlich: Falschsteuerung und Meinungsmache inklusive. Dabei spricht er erstmal von Offenlegung statt Regulierung, aber das kann ja bekanntlich eine Frage der Zeit sein.

Weber fordert also nicht bloß Filtersysteme oder Warnhinweise, sondern eine grundsätzliche Beschränkung für Jugendliche, die durch technische Zugangslösungen gestützt sein sollen. Diese Idee ist derzeit politisch umstritten; während einige Spitzenpolitiker ihn unterstützen, halten andere sie für übergriffig oder schwer umsetzbar. In Bezug auf die Algorithmen ist Webers Misstrauen teil eines größeren Trends zur Forderung nach mehr Transparenz und Kontrolle über die Meinungsbildung in digitalen Räumen – ein Thema, das besonders in Hinblick auf die Reichweite rechter Inhalte in den sozialen Medien immer wieder neu aufflammt. Noch weitergedacht: Laut aktuellen Berichten aus Großbritannien und Frankreich verschärfen auch andere EU-Länder Überlegungen zu Alterskontrollen auf Social-Media-Plattformen. Zahlreiche Studien zeigen, wie sich exzessive Mediennutzung negativ auf das Wohlbefinden Jugendlicher auswirkt: Angst, Depression und auch Suchtverhalten nehmen zu. Zugleich warnen Experten vor einer Komplettsperre, weil Social Media nicht nur Risiken birgt, sondern Jugendlichen auch Räume für sozialen Austausch und Bildung eröffnet. Verschiedene Tech-Konzerne, darunter Meta und TikTok, prüfen aktuell Modelle für eine stärkere Altersverifikation – das Thema bleibt also gesellschaftlich und juristisch hochbrisant.

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