Manchmal stolpert man über Zahlen, die einen ehrlich gesagt nicht wirklich überraschen – und dann doch irgendwie hängen bleiben: Laut neuen Mikrozensus-Daten, die das Bundesbildungsministerium auf Nachfrage der AfD offenlegte (übrigens berichtete die 'Welt am Sonntag' darüber), fehlt es über 70 Prozent der jungen Syrer und Afghanen in Deutschland an einem anerkannten Berufsabschluss. Genauer: 74,5 Prozent bei den Syrern, 72,1 Prozent bei den Afghanen, bei jungen somalischen Geflüchteten sogar 85,8 Prozent. Insgesamt betrifft das mehr als eine Million ausländische Personen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren – das sind satte 42,1 Prozent. Zum Vergleich: Unter jungen Deutschen in derselben Altersgruppe sind es 'nur' knapp 14 Prozent.
Die AfD sieht sich damit wieder einmal bestätigt. René Springer, ihr arbeitspolitischer Sprecher, frohlockt nach alter Manier, dies sei der Beweis, dass Einwanderung keinerlei Lösung für den Fachkräftemangel bringe, sondern eher das Gegenteil. Mal ehrlich: Die Realität dahinter ist komplexer. Die Sprecherin des Bildungsministeriums betont, dass es (noch?) an Studien fehlt, die den Hintergrund dieser Zahlen wirklich schlüssig ausleuchten. Ein Faktor: Viele Zugewanderte waren sehr jung bei ihrer Ankunft, wurden durch Flucht oder Krieg aus ihrer Bildung gerissen. Was gerne vergessen wird: In den Herkunftsländern selbst existiert kein Ausbildungssystem, das sich mit dem deutschen Standard vergleichen ließe; oft wird sehr wohl gearbeitet, aber eben ohne formellen Abschluss – das heißt nicht zwangsweise, dass sie nichts können.
Das Ministerium räumt jedoch ein, dass fehlende Qualifikationen den Eintritt ins Berufsleben schwer machen. Junge Menschen, denen der Abschluss fehlt, stecken häufiger fest, haben schlechtere Jobs und niedrigere Löhne in Aussicht. Aus diesem Grund läuft eine Bundessoffensive zur beruflichen Qualifizierung, die gezielt ansetzt, um Übergänge zwischen Schule und Arbeitswelt besser zu gestalten. Wie erfolgreich das ist – naja, das wird sich zeigen müssen.
Junge Menschen syrischer, afghanischer und somalischer Herkunft in Deutschland besitzen laut den aktuellen Mikrozensus-Zahlen oft keinen anerkannten Berufsabschluss, was bei vielen Medien für Diskussionen sorgt. Die Ursachen reichen von fehlenden Ausbildungssystemen in Herkunftsländern über unterbrochene Bildungsbiografien wegen Krieg und Flucht bis hin zur Schwierigkeit der Anerkennung von Fähigkeiten – ein Problem, das nicht mit reinen Zahlen zu greifen ist. Ergänzend berichten mehrere Medien, dass Integrationsbemühungen (wie spezielle Qualifizierungsmaßnahmen, Sprachförderung und Beratungsangebote) intensiviert werden und die Debatte um die langfristige Fachkräftesicherung durch Migration weiterhin stark polarisiert.