Laut einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die im Auftrag des Auswärtigen Amtes durchgeführt wurde, entgeht Deutschland ein enormer Wachstumsschub: Über 40 Milliarden Euro mehr Wirtschaftskraft innerhalb von drei Jahren wären möglich, würde der chinesische Yuan am Devisenmarkt frei gehandelt und nicht künstlich niedrig gehalten werden. Seitdem sich Lieferkettenprobleme und die Energiekrise ab 2021 verschärft haben, erzwingt China durch gezielte Interventionen einen schwachen Yuan-Kurs gegenüber dem Euro. Diese Unterbewertung sorgt dafür, dass chinesische Exporte in Deutschland zu günstigen Preisen angeboten und Importe aus China vergleichsweise teuer werden – und das ist kein kleines Detail: Das deutsche Handelsdefizit mit China ist mittlerweile auf fast 90 Milliarden Euro angewachsen. Auch die Tatsache, dass der Yuan trotz wachsender Nachfrage nicht an Wert gewinnt, ist kein Zufall, sondern Folge von Chinas streng kontrollierter Währungspolitik. Die IW-Studie legt nahe: Eine ehrliche Bewertung des Yuan könnte nicht nur das deutsche BIP ankurbeln, sondern obendrein China selbst helfen, seine Wirtschaft vom reinen Export auf mehr Binnenkonsum umzustellen. Kurzfristig würde China zwar beim BIP Federn lassen, aber mittelfristig gäbe es laut Simulation eine Erholung – angetrieben durch steigende Inlandsnachfrage. "Chinas Währungsstrategie ist für fairen Handel schlicht kontraproduktiv", moniert IW-Ökonom Jürgen Matthes und fordert: Europa solle mit Ausgleichszöllen für ein gerechteres Spielfeld sorgen.
Die Subventionierung der chinesischen Währung durch staatliche Interventionen ist keine theoretische Frage, sondern hat konkrete ökonomische Folgewirkungen für Deutschland und Europa. Künstlich niedrige Kurse steigern nicht nur das Handelsdefizit, sondern beschneiden auch gezielt die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Firmen. Neuere Recherchen betonen außerdem, dass auch europäische politische Entscheidungsträger und Wirtschaftsverbände immer lauter fordern, dem anhaltenden Ungleichgewicht durch eigene Maßnahmen – wie etwa Zölle, strengere Herkunftskontrollen oder eine Neubewertung der Handelsstrategie – entgegenzutreten. Laut aktuellen Berichten denkt die EU verstärkt darüber nach, wie man einerseits den Marktzugang zu China offenhält, andererseits aber Missbrauch durch Währungsmanipulation zurückdrängt. Interessant: Die Debatte darüber zieht sich mittlerweile nicht nur durch Fachkreise, sondern erhält auch mehr mediale Aufmerksamkeit, etwa durch Hintergrundreportagen zu den Folgen für mittelständische Unternehmen und Arbeitnehmerinnen.