Merz denkt laut über Kabinettsumbildung nach

Nach dem überraschenden Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) stellt Kanzler Friedrich Merz (CDU) eine umfassende Veränderung im Kabinett in den Raum. 'Vielleicht ist das ein Anlass, das Personal in der Bundesregierung nochmals grundsätzlich zu prüfen', so Merz im ZDF-Sommerinterview. Ganz ausschließen möchte er einen Umbau jedenfalls nicht.

heute 11:42 Uhr | 12 mal gelesen

Merz bleibt allerdings noch im Möglichkeitsmodus. Auf die Frage, ob Thorsten Frei (CDU) denn Spahns Posten übernehmen wird, zeigte er sich verwundert: 'Mir ist nicht bekannt, dass Herr Frei zum Favoriten ernannt wurde – das höre ich ehrlich gesagt zum ersten Mal.' Trotzdem verwehrt sich Merz einem Wechsel mit Frei an der Spitze nicht vollkommen. In den kommenden Tagen wollen Parteigremien über Spahns Nachfolge sprechen. Merz machte aber auch deutlich: Spahn habe Parteifreunde und Fraktion ziemlich kurzfristig über seine Vaterschaft und die damit verbundene persönliche Situation informiert. 'Mit etwas mehr Vorlauf wäre das auch intern ruhiger gelaufen. Aber die Gelegenheit hatten wir diesmal schlichtweg nicht', sagt Merz. Der Rücktritt Spahns folgte auf den Wirbel um seine Vaterschaft und die Nutzung einer ausländischen Leihmutter – ein Vorgehen, das er politisch selbst in Deutschland bislang abgelehnt hatte. Das hatte deutliche Wellen geschlagen.

Friedrich Merz öffnet nach dem Rücktritt von Jens Spahn die Tür für eine mögliche Kabinettsumbildung, bleibt aber in seinen Aussagen vage und verweist auf anstehende Gespräche in den Parteigremien. Die Personaldebatte wird auch dadurch angeheizt, dass Spahn wegen Leihmutterschaft – einer Praxis, die in Deutschland kontrovers diskutiert wird – in die Kritik geriet, zumal er selbst politisch keinerlei Befürwortung dafür zeigt. Inzwischen mehren sich Spekulationen, wie es nun sowohl personell als auch inhaltlich mit CDU und Unionsfraktion weitergeht. Ergänzend dazu gibt es im Netz Diskussionen rund um die Glaubwürdigkeit der Union, nachdem Spahn sich für ein Modell entschieden hat, gegen das er politisch lange angekämpft hatte. Auch werden mögliche Nachfolger breit diskutiert, wobei Thorsten Frei ins Spiel gebracht wurde – Merz aber überraschend wenig dazu sagen wollte. Die Debatte trifft auf ein ohnehin politisch angespanntes Klima wenige Monate vor wichtigen Landtagswahlen. Weitere Aspekte aus aktuellen Online-Quellen: Leihmutterschaft bleibt in Deutschland ein juristisches und ethisches Reizthema, gerade mit Blick auf Gleichstellungsfragen und Familienbilder. Zudem wächst innerhalb der CDU der Druck, mit klaren Regeln und einer transparenten Diskussionskultur auf den Wandel gesellschaftlicher Realitäten zu reagieren.

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