SPD warnt Union vor Blockade von EU-Entscheidungen unter Rechtsruck-Einfluss

Die SPD stellt sich klar gegen Zusammenarbeit mit Rechtsextremen im Europaparlament: Wer sich auf die Rechte stützt, müsse mit Gegenwind und Verzögerungen im Bundestag rechnen. Sebastian Roloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD, betont: Die Partei werde sämtliche rechtsunterstützte EU-Beschlüsse kritisch bremsen – trotz Umsetzungsdruck durch Brüssel.

17.03.26 00:03 Uhr | 31 mal gelesen

Wirklich, die Union sollte sich gut überlegen, wie weit sie gehen will: Wer für schnelle Erfolge europäische Werte über Bord wirft und mit klar rechtsgerichteten Fraktionen im EU-Parlament paktiert, riskiert viel. Sebastian Roloff hatte es sinngemäß so formuliert – jeden Beschluss, er durch rechte Mehrheiten zustande komme, werde die SPD in Deutschland politisch auf die lange Bank schieben, notfalls bis zum Äußersten. Und Hakan Demir, innenpolitisch in der SPD bestens vernetzt, legt nach: Wer Ideen nur mit Stimmen vom rechten Rand durchboxen kann, muss sich fragen, ob der Weg der richtige ist – oder ob das Ziel nicht generell verfehlt wurde. Diese Risse zwischen den Fraktionen in Europa werfen Fragen auf. Vielleicht ist Brüssel doch weniger weit entfernt, als man denkt. Und wer weiß schon, ob die Zeit der selbstverständlichen Brandmauer nach rechts nicht leise vorbei ist?

Der Kern des Streits: Die SPD stellt klar, dass sie alles daran setzen wird, im Bundestag EU-Beschlüsse auszuhebeln oder zu verzögern, wenn sie im Parlament mit Hilfe von Rechtsaußen zustandekommen. Innerhalb der Union werden Stimmen laut, die eine Kooperation mit rechten Parteien auf EU-Ebene nicht ausschließen wollen – ein Tabubruch aus Sicht der SPD. Neuere Berichte sprechen davon, dass sich EVP-Fraktionschef Manfred Weber nicht eindeutig von der Postfaschistin Giorgia Meloni und deren Partei abgrenzt, was die Unruhe in der Bundestagsfraktion weiter schürt. Nach aktuellen Berichten etwa der „Süddeutschen Zeitung“ und „ZEIT online“ zeigen sich diese Bruchlinien auch bei der Diskussion um neue EU-Migrationspolitik: Liberale und Sozialdemokraten in Europa drängen auf Einhaltung demokratischer Mindeststandards. Auf taz.de wird vermeldet, dass besonders in der Frage von Seenotrettung und Migrationskontrolle zwischen den Parteien in Berlin die Luft dicker wird – die Macht der EVP, mit rechten Stimmen zu operieren, scheint nicht mehr nur theoretisch.

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