Nur 25 Prozent (Vergleich August 2025: 42 Prozent) halten Merz zum aktuellen Zeitpunkt noch für kompetent genug, das Amt des Kanzlers angemessen auszufüllen. Besonders das Krisenmanagement wird ihm nicht mehr zugetraut: Lediglich 18 Prozent glauben, Merz könne das Land durch schwierige Phasen steuern, ganze 75 Prozent bezweifeln das – der Wert polarisiert mehr denn je.
Ebenfalls abgestürzt: Die Überzeugungskraft seiner Kommunikation, der laut aktueller Umfrage nur noch 14 Prozent zustimmen – ein dramatischer Einbruch von 20 Prozentpunkten innerhalb von neun Monaten. 82 Prozent halten Merz' öffentliche Auftritte für wenig überzeugend. Dieses Stimmungsbild überträgt sich auch auf die Koalition: 84 Prozent der Menschen kritisieren offen die Zusammenarbeit der Regierungsparteien untereinander, 87 Prozent empfinden die politische Vermittlung als mangelhaft.
Beachtlich ist, dass trotz der generellen Unzufriedenheit noch 44 Prozent wollen, dass die Große Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode durchhält – immerhin 49 Prozent sprechen sich jedoch dagegen aus. Auffällig: Bei Anhängern von CDU/CSU und SPD ist der Rückhalt für die Regierung mit jeweils über 77 Prozent immer noch vergleichsweise hoch.
Der Deutschlandtrend markiert einen beispiellosen Absturz für Friedrich Merz: Der Rückhalt für ihn als Kanzler ist auf ein Rekordtief gefallen. Fast niemand traut ihm noch zu, das Land durch Krisen zu führen oder überzeugend zu kommunizieren; auch die Koalition steht massiv in der Kritik. Hintergrund sind wohl auch die jüngsten Debatten um Wirtschaftsflaute, fehlende Visionen und die teils chaotisch wirkende Kommunikation der Regierung – viele deutsche Medien greifen diese Kritik auf und berichten von wachsender Skepsis auch in den eigenen Reihen. Inzwischen wird öffentlich über Alternativen und Notwendigkeit eines Neuanfangs diskutiert. In aktuellen Kommentaren (z.B. in „Süddeutsche“ und „Spiegel“) rückt besonders der Frust vieler Wählenden über die mangelnde Klarheit und das ewige interne Gerangel der Großen Koalition in den Mittelpunkt.