Manchmal frage ich mich: Warum scheut die Politik eigentlich so konsequent vor wirksamen, aber unkomfortablen Lösungen zurück? Ottmar Edenhofer, der beim PIK das Ruder führt, stößt jedenfalls ins gleiche Horn. Sein Vorschlag klingt erstmal bitter: Wer sich künftig eine neue Öl- oder Gasheizung gönnt, solle direkt eine sogenannte Investitionsabgabe zahlen – und zwar so berechnet, dass der über 20 Jahre entstehende CO2-Fußabdruck vorab bepreist wird. 50 Euro pro Tonne CO2, das klingt nüchtern gerechnet nicht nach wenig. Aber, so Edenhofers Argumentationskunst: Je länger Häuser mit alten Technologien weiterbrennen, desto teurer wird es perspektivisch, weil grüne Brennstoffe deren Preis wohl deutlich überholen werden.
Persönlich schwanke ich immer zwischen Pragmatismus und Skepsis. Edenhofer nennt das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz einen Irrweg – und prophezeit schon ein recht fixes Update, das (hoffentlich) verhindert, dass billige fossile Technik die Klimabilanz noch auf Jahrzehnte verschandelt. Gerade für Mieter wie Eigentümer könnte das lange teurer werden, als jetzt in die saure Apfel-Abgabe zu beißen. Apropos Apfel: Warum fällt uns eigentlich das Umdenken beim Heizen schwerer als der Wechsel aufs nächste Smartphonemodell? Vielleicht, weil niemand mal eben sein Wohnzimmer für einen Wärmepumpen-Einbau leerzuräumen mag – oder weil Kompromisse zwischen Klima und Kosten immer sperrig wirken.
Kritisch äußert sich Edenhofer auch zum aktuellen Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Es klafft eine deutliche CO2-Lücke – 85 bis 102 Millionen Tonnen bis 2040, ein unerfreulicher Batzen. Und bis 2030 sieht es in den Bereichen Gebäude und Verkehr erst recht düster aus. Die Politik darf hier nicht weiter Flickwerk betreiben, sondern muss endlich ans Eingemachte.
Der Klimawissenschaftler Ottmar Edenhofer schlägt vor, Käufer von neuen Öl- und Gasheizungen mit einer Investitionsabgabe zu belasten, die den klimatischen Schaden dieser Entscheidung widerspiegeln soll. Laut seinen Berechnungen könnte eine solche Abgabe über 20 Jahre hinweg 50 Euro pro Tonne ausgestoßenen CO2 betragen. Er kritisiert das neue Gebäudeenergiegesetz als unzureichend und prophezeit Nachbesserungen, um den Einbau fossiler Heizungen und die damit verbundenen Kosten für Mieter und Eigentümer zu begrenzen.
Ergänzende Recherche: In aktuellen Debatten fordert nicht nur Edenhofer mehr Ehrlichkeit beim CO2-Preis. Laut Daten von taz.de und FAZ.net bleibt das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung auch nach Einschätzung anderer Experten deutlich hinter dem Pariser Abkommen zurück. Das Thema polarisiert: Während Teile der Industrie schärfere Vorgaben infrage stellen, drängen Umweltverbände auf klarere Regeln und stärker staatliche Lenkung. Die Preise für klimaneutrale Alternativen wachsen langsamer als befürchtet, vielerorts fehlen aber noch die technischen Voraussetzungen und Förderprogramme für einen echten Heizungswandel. Edenhofers Vorschlag kommt angesichts der aktuellen politischen Hängepartie einer provokanten Mahnung gleich.