Baukindergeld als Neustart: Experte Günther plädiert für Rückkehr der Förderung

Im Schatten schwächelnder Bauzahlen in Deutschland ruft Matthias Günther vom Pestel-Institut nach einer Wiederbelebung des Baukindergeldes. Seiner Ansicht nach hat dieses Förderprogramm einst Bewegung in den Wohnungsmarkt gebracht – und das sei aktuell bitter nötig.

heute 12:29 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal fragt man sich, warum sinnvolle Dinge einfach gestrichen werden. So sieht das offenbar auch Matthias Günther, wenn er davon spricht, dass das Baukindergeld 2021 quasi 'still beerdigt' wurde. Diese Förderung ermutigte Familien mit Kindern, sich mit staatlicher Hilfe ins Eigenheim zu wagen – insbesondere solche mit geringerem Einkommen, die sonst vielleicht niemals aufbauen oder kaufen könnten. Günther beruft sich auf Untersuchungen, wonach der Staat für jeden investierten Euro ein Vielfaches an Einnahmen generierte; Häuser wurden gebaut, Steuern gezahlt, Arbeitsplätze geschaffen. Ein rundes Geschäft also – eigentlich. Nun liegt das Programm auf Eis, obwohl der Wohnungsmarkt dringend einen Impuls bräuchte. Interessant: Günther kritisiert die SPD-Idee einer neuen staatlichen Baugesellschaft. Seine Sorge? Öffnet man dieser externe Investoren, landet man wieder beim altbekannten Problem: Gewinnstreben schlägt soziale Verantwortung. Ob es eine bessere Lösung gibt? Günther meint, der Staat solle lieber einen bestehenden Player wie Vonovia übernehmen und direkt gestalten. Unorthodox? Mag sein. Aber manchmal braucht es ungewöhnliche Vorschläge, wenn die alten Wege festgefahren sind.

Matthias Günther betont, dass das mittlerweile eingestellte Baukindergeld-Förderprogramm Familien mit Kindern beim Sprung ins Eigenheim geholfen und zugleich die Baukonjunktur gestützt habe. Laut Evaluationsberichten brachte jeder Euro Förderung ein Mehrfaches an staatlichen Einnahmen, während vor allem Menschen mit niedrigeren Einkommen unterstützt wurden. Kritik übt Günther an den SPD-Plänen, eine neue soziale Wohnungsbaugesellschaft zu gründen und für Investoren zu öffnen, da dies das Problem der Renditeorientierung nicht löse, und schlägt stattdessen staatliches Engagement in bestehenden Unternehmen vor. Nach aktuellem Stand kristallisiert sich eine wachsende Wohnungsnot heraus, weil die Neubauzahlen unter den Regierungszielen bleiben; der Ruf nach gezielter Förderung und innovativeren Lösungsansätzen wird lauter. Außerdem diskutieren Medien und Experten zunehmend über alternative Wohnmodelle, wie gemeinschaftliches Bauen, und die Rolle von grüner Bauweise in der Bekämpfung der Krise.

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