AfD baut ihren Vorsprung in Sachsen-Anhalt weiter aus – CDU unter Druck

Laut einer neuen Umfrage von Infratest dimap zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD inzwischen bei stolzen 41 Prozent – und hat damit ihren Vorsprung vor der CDU nochmal vergrößert.

heute 06:57 Uhr | 3 mal gelesen

Wie der MDR unter Berufung auf den aktuellen Sachsen-Anhalt-Trend berichtet, scheint die Stimmung im Land aktuell eindeutig: Die AfD legt weiter zu und steht mit 41 Prozent der Stimmen obenauf – zwei Prozent mehr als bei der letzten Befragung im Herbst 2025. Die CDU um Ministerpräsident Sven Schulze muss einen Prozentpunkt abgeben und landet nun bei 26 Prozent. Deutlich abgeschlagen: Die Linke kommt auf zwölf Prozent (minus eins). Die SPD stagniert weiterhin bei sieben Prozent. Sowohl das Bündnis Sahra Wagenknecht als auch die Grünen erreichen je vier Prozent, während die FDP weiterhin klar an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Interessant ist: Würde heute direkt über das Amt des Ministerpräsidenten abgestimmt, hätte Sven Schulze knapp die Nase vorn – 36 Prozent würden ihn wählen, auf Ulrich Siegmund von der AfD kämen 32 Prozent. Trotz dieser Zahlen scheint die Zufriedenheit mit der Landesregierung im Keller gelandet zu sein. Satte 62 Prozent der Befragten halten deren Arbeit für schlecht – ein Wert, der schon fast an die langgezogene Winterdämmerung in Sachsen-Anhalt erinnert. Kaum Grund für Optimismus jedenfalls.

Die Umfrage zeigt nicht nur einen wachsenden Vorsprung der AfD, sondern auch eine übergreifende Politikverdrossenheit im Land. Interessant sind die Gründe für die AfD-Dominanz: Viele Menschen fühlen sich abgehängt, kritisieren aus ihrer Sicht unklare oder gescheiterte Integrationspolitik und beklagen fehlende Perspektiven. Experten beobachten zudem, dass Protestwähler und enttäuschte CDU-Anhänger verstärkt zur AfD abwandern – der Abstand zum politischen Mainstream vergrößert sich, während die gesellschaftlichen Gräben wachsen. Im Hintergrund steht eine Stimmung, die von Unsicherheit und Wunsch nach klaren, teils radikalen Botschaften geprägt ist. Jüngste Pressereaktionen fallen unterschiedlich aus: Während einige Medien Alarm schlagen und vor einer Normalisierung rechter Positionen warnen, versuchen andere das Umfragehoch einzuordnen – als Ausdruck von Frust, aber auch als Signal an die etablierten Parteien, ihre Politik gründlich zu überdenken. Es bleibt fraglich, wie die Entwicklung sich bis zur Wahl weiter zuspitzt.

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