Amthor zeigt sich nach seinem ersten Amtsjahr zufrieden mit der Reformdynamik beim Bürokratieabbau und sieht die Gründung des Ministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung als entscheidenden Schritt zur Priorisierung des Themas auf höchster politischer Ebene. Nach seiner Einschätzung stagnierten vergleichbare Reformvorhaben lange, weil in Ministerien zu viel Wert auf Formalitäten gelegt wurde, statt konkrete Schritte umzusetzen. Allerdings ist weiterhin Kritik von verschiedenen Seiten zu hören: Viele Unternehmen berichten, dass der Bürokratieaufwand trotz politischer Versprechen bislang kaum spürbar gesunken sei und insbesondere Digitalisierungsfortschritte schleppend bleiben – das belegen auch aktuelle Daten etwa vom Normenkontrollrat, die einen Rückgang von 1,7% bei der Bürokratiebelastung für Unternehmen im letzten Jahr dokumentierten. Laut neuer Pressemeldungen gibt es parteiübergreifend Forderungen nach weiteren konkreten Schritten, u.a. bei digitalen Behördenleistungen und vereinfachter Steuererklärung; zudem beklagen Verbände, dass viele Maßnahmen trotz neuer Priorität schleppend umgesetzt werden. Auch wird die Fähigkeit des neuen Ministeriums, als Koordinator zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu agieren, weiter kritisch hinterfragt: Neben rechtlichen Hürden fehlt es oft an technischem Know-how und einheitlichen IT-Standards – Herausforderungen, die kurzfristig kaum zu bewältigen sind.
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