Rainer bremst Erwartungen bei Tierhaltungskennzeichen aus

Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) rückt von schnellen Hoffnungen ab: Das neue Tierhaltungskennzeichen wird vorerst nur für Schweinefleisch eingeführt, Pläne für andere Fleischarten müssen warten.

04.05.26 01:02 Uhr | 22 mal gelesen

„Man kann keinen Marathon laufen, bevor man überhaupt Schuhe anhat“, warf Rainer im Gespräch mit der Funke-Mediengruppe ein. Klares Statement: Erst das Tierhaltungslabel für Schweinefleisch richtig auf die Beine stellen – damit will der CSU-Mann den Rückstand der vorherigen Regierung endlich abarbeiten. Genauer sagte er, dass der Plan steht: noch im Mai geht der Gesetzentwurf zwecks EU-Prüfung nach Brüssel, im August landet das Ganze dann im deutschen Kabinett. Wenn das alles klappt und dazwischen nicht noch irgendwer quergrätscht, könnte die Regelung am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Laut Rainer soll die Gastronomie zum 1. Juli 2027 nachziehen – eine Art zweite Halbzeit. Gefragt, was mit Rind, Geflügel und Co. sei, winkte er ab: Nicht den „zweiten Schritt vor dem ersten“. Der Fokus bleibt also erstmal bei den Schweinen, auch wenn viele auf mehr gehofft haben.

Die Einführung eines Tierhaltungskennzeichens für Fleischprodukte wurde von Landwirtschaftsminister Alois Rainer konkretisiert: Primäres Ziel ist aktuell die Kennzeichnung für Schweinefleisch, um eine praktikable und verbindliche Lösung zu schaffen. Trotz Forderungen aus Gesellschaft und Handel nach einer Ausweitung auf weitere Fleischarten wie Rind oder Geflügel will Rainer vorläufig keine Versprechen geben – der Weg ist Schritt für Schritt geplant. Interessant am aktuellen Diskurs ist, wie langsam und zögerlich die Politik bei transparenter Kennzeichnung agiert, obwohl parallele Entwicklungen wie zum Beispiel planetare Ernährungsziele und Debatten um Tierwohl den Druck erhöhen. Recherchen zeigen zudem: Die Wirtschaft befürchtet Mehraufwand und hält die Umsetzung 2027 für ambitioniert. Die EU-Kommission prüft, ob nationale Lösungen EU-weit kompatibel sind. Außerhalb der Politik äußern Tierschutzverbände Kritik an der Verzögerung und mahnen an, umfassendere Lösungen anzugehen.

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