Neuer Zivildienst in Planung: Bildungsministerium berät Grundlagen

Hinter verschlossenen Türen arbeitet die Bundesregierung an Konzepten für einen zeitgemäßen Zivildienst.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Gestern kursierte die Nachricht, dass das Bundesbildungsministerium aktiv an Vorbereitungen zu einem neuen Zivildienst feilt – gemeldet unter anderem von der 'Bild' am Dienstag. In einer offiziellen Stellungnahme ließ ein Sprecher des Ministeriums durchblicken: Ja, ein solches Vorhaben wird geprüft, und zwar ziemlich konkret. Interessant: Über 20 große Organisationen – darunter vermutlich Wohlfahrtsverbände und ähnlich einflussreiche Akteure – wurden in den letzten Monaten danach gefragt, welche Kapazitäten sie bieten könnten, sollte der Zivildienst plötzlich wieder eingeführt werden. Nur ein Verband äußerte Bedenken, während alle anderen signalisierten, sie könnten ein ordentliches Programm für künftige Dienstleistende auf die Beine stellen. Der Ministeriumssprecher betonte zwar, solange es keine Wehrpflicht gebe, sei der Zivildienst rechtlich nicht aktiv. Dennoch müsse man vorbereitet sein, falls sich politische Verhältnisse (und Notwendigkeiten) ändern. Die Details dazu will das Ministerium allerdings erst nach der Sommerpause an die Öffentlichkeit tragen. Dass die Diskussion über den Zivildienst wieder aufflammt, ist kein Zufall: Nach Aussetzung der Wehrpflicht 2011 – damals noch mit etwa 15.000 jungen Menschen im Zivildienst – gab es immer wieder Forderungen, staatliche Dienste neu zu denken.

Das Bildungsministerium sondiert gerade, wie ein moderner Zivildienst aussehen könnte, falls die Wehrpflicht in Deutschland reaktiviert werden sollte. In einer breit angelegten Befragung äußerten sich 23 Institutionen, wobei 22 ihre Einsatzbereitschaft zusicherten – ein Zeichen, dass das gemeinnützige Netzwerk nach wie vor belastbar ist. Historisch betrachtet bedeutete die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 nicht das Ende von Engagementmöglichkeiten, doch die Zahl der Zivildienstleistenden ging drastisch zurück – eine Entwicklung, die man offenbar wieder stärker steuern will. Neuere Recherchen zeigen, dass parallel zur politischen Debatte auch in der Bevölkerung und unter Fachleuten über Vor- und Nachteile eines verpflichtenden Engagements diskutiert wird. Viele sehen darin eine Chance, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, kritische Stimmen bemängeln jedoch den möglichen staatlichen Zwang.

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