Miersch bringt Leihmutterschaft ins Gespräch – und sieht Pflege sowie Adoption vorn

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch signalisiert Offenheit für eine Debatte um die Legalisierung von Leihmutterschaft, verweist aber klar auf den Vorrang von Pflege und Adoption.

heute 11:58 Uhr | 3 mal gelesen

Diese ganze Diskussion um Leihmutterschaft – sie ist, zumindest für Matthias Miersch, nichts, was man einfach abtut oder an einer Person festmacht. Klar, dass die Lawine mal wieder ins Rollen kam, jetzt, wo Jens Spahn seinen Posten räumt. Aber Miersch will das nicht an Spahns privater Situation aufhängen; er weicht aus und sagt fast schon lapidar: 'Viel wichtiger ist doch, dass es heute schon Kinder gibt, die auf Pflege- oder Adoptiveltern hoffen.' Und er findet: Gerade queere Familien sind dabei längst keine Ausnahme mehr – sie machen das vor. Dass diese Wege weiter gestärkt gehören, hören wir bei ihm raus. Leihmutterschaft? Ja, kann man drüber reden, aber bitte ohne das ganze Buhlen um Sensationen. Vor allem müsse klar sein: finanzielle Abhängigkeiten? Das geht gar nicht. Missbrauch dürfe nie eine Option sein. Dass man die Ergebnisse der letzten Kommission diskutieren könne, erwähnt er auch – ein bisschen Aktenstaub, aber immerhin. Was den Rücktritt von Spahn betrifft, zeigt sich Miersch bewegt, beinahe persönlich betroffen. Ein Abschied ohne Schadenfreude, mit Respekt, auch wenn er im Nebensatz durchblicken lässt, wie schnell sich Stimmungen in Parteien drehen können.

Mit bemerkenswerter Zurückhaltung spricht Matthias Miersch, Chef der SPD-Bundestagsfraktion, über eine mögliche Legalisierung der Leihmutterschaft: Die eigentlichen Baustellen sieht er bei der verbesserten Förderung von Pflegeeltern- und Adoptionssystemen – gerade auch für queere Eltern, die sich oft besonders engagieren. Trotzdem bleibt Miersch offen für eine gesellschaftliche Debatte zur Leihmutterschaft, solange finanzielle Motive ausgeschlossen und bestehende Risiken wie Ausbeutung oder Missbrauch klar verhindert werden. Im Hintergrund stehen dabei Entwicklungen in der deutschen Familienpolitik: Laut aktuellen Berichten (z.B. Zeit, Süddeutsche) erwägt die Bundesregierung tatsächlich, das Adoptionsrecht weiter zu modernisieren und Diskriminierungen abzubauen, während etwa die FDP auf eine vollständige Legalisierung der Leihmutterschaft drängt. Zugleich wird in Medien wie FAZ und taz kontrovers diskutiert, ob eine solche Öffnung nicht neue ethische und soziale Probleme bringt, etwa im Hinblick auf Kinderwohl und die Rechte von Leihmüttern. Und in Kommentaren erscheint immer wieder, wie tief diese Fragen ins gesellschaftliche Selbstverständnis eingreifen – kein Wunder, dass auch Miersch eine breite demokratische Debatte fordert.

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