Manchmal laufen Dinge unerwartet gut – wie etwa der dicke Energie-Großauftrag, der KSBs Auftragseingang im ersten Quartal 2026 kräftig nach oben katapultiert hat (plus 15,2 % auf gut 1 Mrd. Euro). Doch schon ein flüchtiger Blick hinter diese Zahl zeigt: Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt. Während die Pumpen-Sparte – angetrieben durch das Milliardenprojekt im Energiemarkt, insbesondere aus Osteuropa – deutlich zugelegt hat, sahen andere Bereiche weniger Glück. Armaturen legten quasi gar nicht zu (+0,2 %), und im Service ging’s immerhin deutlich bergab (minus 5,6 %). Vor allem das Bergbaugeschäft hinkt weiter hinterher, die Rahmenbedingungen sind halt mehr als zäh.
Auch beim Umsatz zeigt sich das Bild gemischt: Minimales Wachstum insgesamt, ordentlich in den Pumpen (plus 16,4 %), aber Rückgänge bei Armaturen und Service. Interessanter, kleiner Fakt am Rande: Der Umsatzrückgang bei SupremeServ ist fast ausschließlich auf Währungseffekte zurückzuführen – ein Detail, das im Tagesgeschäft oft übersehen wird, aber Bilanzen spürbar beeinflusst. Das EBIT bleibt hinter dem Vorjahr zurück (fast 40 Mio. Euro gegenüber gut 45 Mio.), belastet vor allem von den fortwährenden (und offenbar kostspieligen) SAP-Umstellungen. Letztlich klingt alles ein wenig nach: Wir kämpfen, aber es ist hart.
KSB-Chef Stephan Timmermann spricht offen von neuen Herausforderungen durch weltpolitische Spannungen, konkret den Konflikt im Nahen Osten. Seine Worte wirken einerseits nüchtern, andererseits steckt auch trotziges Selbstbewusstsein darin, basierend auf der Erfahrung aus den Covid-Jahren. Dass sich das Management Rückendeckung aus der Vergangenheit holt, dürfte mehr als reine Rhetorik sein – in volatilen Zeiten eine durchaus menschliche Reaktion.
KSB zeigt im ersten Quartal 2026, wie ambivalent Wachstum sein kann: Einerseits sorgt ein einzelner Großauftrag im Energiesektor für einen starken Anstieg beim Auftragseingang der Pumpensparte. Andererseits schwächeln Service- und Standardmärkte, der Umsatz wächst nur minimal und das EBIT rutscht im Vergleich zum Vorjahr ab. Die Geschäftsführung betont die Herausforderungen der aktuellen Weltlage, lässt sich von Unsicherheiten aber keineswegs aus der Ruhe bringen.
Zusätzlich zur Originalmeldung zeigen Recherchen, dass sich geopolitische Krisen wie die im Nahen Osten allgemein spürbar auf die Industrie auswirken – Lieferketten, Investitionsbereitschaft und Währungen reagieren oft sensibel auf Unsicherheiten (siehe aktuelle Analysen u.a. bei FAZ und taz). Einige Beobachter verweisen auf das strategische Umsteuern vieler Unternehmen bei Digitalisierung und Regionalisierung der Produktionsketten; SAP-Projekte wie bei KSB gelten als Symbol für den anhaltenden Transformationsdruck. In der Pumpen- und Armaturenbranche wird außerdem allgemein mit einer schleppenden Belebung der Nachfrage im Bergbausegment gerechnet und die Bedeutung grüner Transition deutlich stärker diskutiert.