Abenteuer auf zwei Rädern: Acht Thüringer und ihre Simson-Tour durchs halbe Land

Mainz – Acht Freunde aus Thüringen schwingen sich auf ihre fast unverwüstlichen Simson-Mopeds, die schon seit DDR-Zeiten Legendenstatus genießen, und starten in ein verrücktes Abenteuer. In vier episodischen Dokumentarfilmen im ZDF düsen sie insgesamt 1528 Kilometer durch Deutschland, vorbei sogar an Luxemburg, bis nach Belgien – mit dem sehnsüchtigen Ziel: Die berühmte Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Die Serie ist ab sofort in der ZDF-Mediathek abrufbar und wird in den kommenden Wochen auch in mehreren TV-Formaten des Senders aufgegriffen.

heute 12:56 Uhr | 2 mal gelesen

Ehrlich gesagt, „Simson Roadtrip“ fühlt sich an wie der feuchte Traum jedes Hobbyschraubers und Abenteuermenschen mit Hang zum Rost. Hier geht es um mehr als Benzindunst und zwei-Takt-Öl, es geht um das Band, das acht Freunde – pardon, ab Tag zwei erstmal nur noch sechs – seit Jahren knüpfen, wenn sie mit ihren alterwürdigen Mopeds quasi durchs Drehbuch ihrer Jugend tuckern. Die Route: quer durch Deutschland, Ränder streifend, Schweiß und vielleicht auch mal ein unstetes Zelt. Was die Simsons unterscheidet? Sie sind im Osten Kult und dürfen ausnahmsweise schnell fahren (60 km/h! Klingt nicht viel, fühlt sich aber bestimmt anders an). Bisher verschlug sie ihre Touren nach Tschechien, Südfrankreich, an die Ostsee – jetzt jagen sie dem kleinen Traum hinterher, sich mit ihren Maschinen auf eine waschechte Formel-1-Strecke zu wagen, sozusagen als David neben Goliath. Schon früh wird die Euphorie getrübt: Ein schwerer Unfall am zweiten Tag, zwei aus der Truppe landen im Krankenhaus. Die übrigen sechs, hin- und hergerissen zwischen Aufgeben und Weitermachen – das ist einer dieser Momente, in denen plötzlich alles zählt: Loyalität, Durchhaltewillen, und der Glaube, dass man als Gemeinschaft stärker ist. Sie fahren weiter, im Geiste zu acht. Pannen, wilde Übernachtungen, Reparatur-Orgien am Straßenrand – das echte Leben, roh, ehrlich, staubig. Wer einmal selbst auf so einem Moped saß, kann förmlich den Sprit riechen.

Acht Freunde treten in dieser Doku-Serie eine besondere Reise an: Sie fahren auf historischen Simson-Mopeds 1528 Kilometer quer durch Deutschland, bis nach Belgien zur Rennstrecke Spa-Francorchamps. Hautnah werden nicht nur die technischen Macken der Fahrzeuge und das Improvisationstalent, sondern auch die Gruppendynamik, Krisenmomente und überraschend emotionale Tiefen eingefangen – insbesondere als gleich am Anfang ein Unfall alles durcheinanderwirbelt und der Zusammenhalt der Gruppe auf die Probe gestellt wird. Ergänzend zeigen die Beiträge über die Ausstrahlung (z. B. bei „hallo deutschland“) und die Präsenz im Streaming, wie eine klassische Abenteuergeschichte einen neuen Platz im digitalen TV-Zeitalter findet. Zusätzliche Details aus aktueller Recherche: - Im Gespräch mit dem ZDF (2024) schildern die Mopedfahrer, wie die Simson bis heute als Symbol für Freiheit und handwerklichen Stolz in Ostdeutschland steht. - Technisch sind die alten Maschinen eine Herausforderung – Ersatzteile müssen oft improvisiert werden oder stammen aus Tauschbörsen, oft helfen Hobbymechaniker aus der Community. - Die Serie beleuchtet neben dem Roadtrip auch die zunehmende Renaissance der Simson-Mopeds unter jungen Menschen, für die Nostalgie und Individualität wichtiger sind als Geschwindigkeit. - Nach Ausstrahlung der ersten Episoden wurde das Format in sozialen Medien vielfach diskutiert; viele Zuschauer berichteten, dass sie sich an ihre eigene Jugend oder Roadtrips erinnert fühlten. - In Belgien angekommen, reflektieren die Freunde auch über die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, die im Reisealltag verblassen – Momente echter, gelebter Wiedervereinigung.

Schlagwort aus diesem Artikel