Union-Politiker stachelt Debatte um Regierungsdauer an – Koalitionäre reagieren gereizt

Skepsis aus den Reihen der CDU über das Weiterbestehen der Großen Koalition sorgt für Ärger – auch in der eigenen Partei regt sich Widerstand gegen Pessimismus und Lagerdenken.

heute 13:38 Uhr | 3 mal gelesen

Christian von Stetten, Abgeordneter der CDU, wirbelt mit seiner Prognose, das schwarz-rote Bündnis könnte vorzeitig zerbrechen, gehörig Staub auf. Seiner Ansicht nach sind vier Jahre Regierungszeit utopisch. Doch das lässt Parteifreunde wie Dennis Radtke nicht unkommentiert – der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels bezeichnet von Stettens Vorgehen als gefährlichen Kraftmeierei, die der momentanen gesellschaftlichen Stimmung kaum gerecht werde. Er fordert, weniger martialische Worte und mehr Sachlichkeit in der politischen Kommunikation. Auch aus den Reihen der SPD wird von Stettens Vorstoß scharf kritisiert: Sebastian Roloff moniert, es habe mehr mit persönlicher Profilierung als mit echter Problemlösung zu tun. Ralf Stegner wiederum warnt vor jeder Debatte, die auf Minderheitsregierungen oder Neuwahlen hinausläuft – im schlimmsten Fall, so seine Sorge, könnten rechtsextreme Kräfte dadurch an Einfluss gewinnen. Ein Wechsel der Mehrheiten wird von allen Seiten, außer von Stetten, klar abgelehnt.

Die Diskussion um die Stabilität der Großen Koalition ist durch Christian von Stettens Skepsis neu entfacht worden. Während der CDU-Abgeordnete ein baldiges Aus prophezeit und den Eindruck vermittelt, innerhalb der Unionsfraktion würden alternative Regierungsoptionen erwogen, stoßen solche Spekulationen auf Widerstand, vor allem in Krisenzeiten. Der CDU-Sozialflügel und führende Sozialdemokraten wie Stegner lehnen einen Kurswechsel entschieden ab und verweisen auf die enormen Herausforderungen wie gesellschaftliche Spaltung, wirtschaftlichen Druck und die Gefahr rechter Rhetorik, wie aktuelle Artikel auf tagesschau.de, spiegel.de und faz.net berichten. Aktuell rücken innerhalb der Union Flügelkämpfe stärker in den Fokus, wobei wirtschaftsnahe Abgeordnete die Richtung der Regierung häufiger infrage stellen. Begünstigt wird die Nervosität durch ein angespanntes Klima in Berlin, ausgelöst durch anhaltende Haushaltsdebatten, Konjunktursorgen und schlechte Umfragewerte – laut Meinung vieler bleibt die Koalition jedoch zumindest mittelfristig alternativlos.

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