Das Nachrichtenmagazin Focus verweist auf eine frische Umfrage von Insa, laut der 56 Prozent der Befragten meinen, viele syrische Geflüchtete sollten innerhalb der nächsten drei Jahre in ihre Herkunftsregion zurückkehren. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte in einem Gespräch mit Syrien-Interimspräsident Ahmed al-Scharaa Ende März sogar die Rückkehr von bis zu 80 Prozent ins Spiel gebracht – ein Vorstoß, der in Teilen der Politik Widerhall findet, aber auch Debatten entfacht. Offiziellen Zahlen zufolge sind bislang lediglich knapp 10.000 syrische Geflüchtete seit Kriegsende (Dezember 2024) nach Syrien zurückgereist, obwohl in Deutschland fast eine Million syrische Staatsbürger leben. Die allermeisten verfügen entweder über einen eingeschränkten, sogenannten subsidiären Schutzstatus oder einen Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) plädiert indessen für höhere finanzielle Anreize: Mehr Geld könnte den Schritt zurück erleichtern, da aktuelle Rückkehrhilfen durchschnittlich etwa 1.000 Euro betragen, was als zu gering angesehen wird. Ebenfalls fordert der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Hans-Eckhard Sommer, signifikant verbesserte Prämien, um die Rückkehr attraktiver zu gestalten.
Die Stimmung in Deutschland bezüglich einer Rückkehr von Syrerinnen und Syrern ist gespalten, wobei über die Hälfte laut Umfrage für einen weitreichenden Rückkehrprozess plädiert. Politisch werden Rückkehrprämien kontrovers diskutiert und immer wieder als zu niedrig bewertet. Die genaue Situation in Syrien bleibt unsicher: Zahlreiche Berichte von Menschenrechtsorganisationen warnen nach wie vor vor Risiken bei einer Rückkehr – von fehlender Infrastruktur über persönliche Verfolgung bis zu anhaltender Instabilität oder militärischer Gewalt. Gleichwohl wächst unter anderem angesichts angespannter Debatten über Zuwanderung in Deutschland politischer Druck, vermeintlich sichere Regionen in Syrien als Ziel für Rückführungen zu erklären. Hinweise aus den letzten 48 Stunden: Erst am 5. Juni 2024 betonten humanitäre NGOs in aktuellen Artikeln aus taz und Spiegel die fortbestehende Gefahr für Rückkehrende und kritisierten einen „rücksichtslosen“ Vorstoß von Politikern. Hilfsorganisationen berichten zudem, dass nach wie vor zahlreiche Gebiete im Land nicht sicher und wirtschaftlich kaum tragbar seien. Einige Parteien und Länderchefs sehen das anders und argumentieren mit erfolgreichen Rückführungen in einzelnen Fällen sowie vermeintlich verbesserten Bedingungen.