Brinkhaus: Staatliche Soforthilfen für Krisenzeiten unabdingbar

Ralph Brinkhaus, digitalpolitischer Experte der CDU und früherer Fraktionsvorsitzender, plädiert für direkte finanzielle Hilfen vom Staat in Ausnahmesituationen – besonders in Energiekrisen.

heute 06:02 Uhr | 4 mal gelesen

Ganz ehrlich, wundert es eigentlich irgendwen, dass wir in Deutschland noch keinen richtig funktionierenden Mechanismus haben, um Menschen in Notlagen gezielt mit staatlichen Direkthilfen zu erreichen? Ralph Brinkhaus gibt jedenfalls zu, dass er das unverständlich findet. Im Gespräch mit dem 'Tagesspiegel Background' hat er Klartext geredet: Ein verlässlicher Auszahlungsweg müsse existieren, damit „eben nicht wieder mit der Gießkanne“ geholfen wird. Und wie steht’s eigentlich um das viel versprochene Pro-Kopf-Klimageld? Laut Brinkhaus ist das längst überfällig und letztlich eine Frage der Fairness – denn Menschen, die unter dem steigenden CO2-Preis leiden, sollten wenigstens ein Stück des Geldes zurückbekommen. Im Zusammenhang mit der Energiepreiskrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine zieht Brinkhaus eine bittere Bilanz: Zu wenig gelernt, zu wenig gemacht, vor allem in Sachen Unabhängigkeit von Gas und Öl. Spannend auch der kleine Seitenhieb auf Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche – sie mache vieles richtig, aber beim Thema erneuerbare Energien und Effizienz könnte das in der Öffentlichkeit durchaus schillernder präsentiert werden. Übrigens lehnt er es rundweg ab, am Emissionshandel zurückzurudern: Der ETS-2 für Gebäude und Verkehr muss aus seiner Sicht stehenbleiben. Unternehmen hätten längst darauf gebaut, jetzt sollten sie auch auf die versprochenen Rahmenbedingungen zählen können.

Brinkhaus‘ Forderung, für Krisensituationen – insbesondere bei explodierenden Energiepreisen – einen staatlichen Direktzahlungsmechanismus zu schaffen, reiht sich ein in die Debatte um zielgenauere Sozial- und Klimapolitik. Immer mehr Stimmen kritisieren, dass pauschale Hilfen oft an denen vorbeigehen, die sie am dringendsten brauchen. Zugleich unterstreicht Brinkhaus die Notwendigkeit von mehr sozialem Ausgleich beim CO2-Preis – eine Forderung, die nach der Energiekrise und zunehmender Kritik an gestiegenen Lebenshaltungskosten viele nachvollziehen können. Der frühere CDU-Fraktionschef warnt außerdem davor, aus kurzfristigen Kostengründen an den Emissionshandelssystemen zu rütteln – Planungssicherheit ist für energieintensive Branchen ein zentrales Thema. Neuere Berichte (u.a. auf www.spiegel.de, www.faz.net) bestätigen, dass sich die Diskussion um Direktzahlungen in jüngster Zeit zugespitzt hat. Gerade angesichts der bevorstehenden CO2-Preis-Anhebungen 2024 zeigt sich, dass viele Haushalte auf gezielte Rückerstattungen hoffen – die Einigung darüber, wie das praktisch und gerecht funktioniert, steht jedoch weiterhin aus. Außerdem betonen mehrere Energieexperten in aktuellen Stellungnahmen die Dringlichkeit unabhängigerer Energieversorgung, was die Forderung von Brinkhaus nach diversifizierten Energiequellen weiter unterstreicht.

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