Verdi ruft zu spontanen Warnstreiks bei der Telekom auf

Die Gewerkschaft Verdi kündigt kurzfristige Warnstreiks bei der Deutschen Telekom an – es ist eine direkte Reaktion auf festgefahrene Tarifverhandlungen.

heute 21:21 Uhr | 2 mal gelesen

Montagabend, und die Stimmung bei Verdi scheint ziemlich angekratzt: Die jüngste Verhandlungsrunde mit der Telekom verlief, so klang es jedenfalls von Gewerkschaftsseite, mehr als mager. Schon ab Dienstag – die Rastlosigkeit überrascht zwar nicht, dennoch fühlt sich das Geschehen seltsam plötzlich an – sollen Mitarbeitende in Regionen wie Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg die Arbeit niederlegen. Und das ist erst der Anfang; sukzessive könnten sich weitere Standorte anschließen. Frank Sauerland, einer der Köpfe am Verhandlungstisch für Verdi, spart nicht mit Kritik: Die Unternehmensführung, sagt er, verliere die Realität ihrer Beschäftigten aus den Augen. Ein bisschen überspitzt ließe sich sagen, dass Rekordgewinne derzeit fast schon eine teure Ironie für die Belegschaft sind – die davon nämlich kaum etwas sehen, während Dividenden für Aktionäre sprudeln. Und, so erinnert Sauerland, die vergangenen Jahre voller Krisen hätten die Kaufkraft merklich erodiert. Mit ihrer Forderung auf ein Plus von 6,6 Prozent mehr Lohn für gut 60.000 Tarifangestellte bundesweit machen die Gewerkschafter keinen Hehl aus ihrer Entschlossenheit. Zusätzlich steht ein Mitgliederbonus von 660 Euro im Raum – also sozusagen ein kleines Polster obendrauf. Interessanter Nebenaspekt: Die Telekom besteht aus 20 verschiedenen Unternehmen in Deutschland, jeder einzelne Bereich mit eigenem Tarifvertrag, was die Verhandlungsmasse nicht gerade handlicher macht. Viele dieser Verträge laufen übrigens noch bis Frühjahr 2026, trotzdem will Verdi gemeinsam für Verbesserungen verhandeln. Wie weit sie damit kommt? Die nächsten Tage werden’s zeigen. Irgendwie erinnert das an einen Marathon, bei dem ständig jemand neue Hürden auf die Strecke stellt. Aber vielleicht, vielleicht ja auch an einen Staffellauf – denn die Bewegung ist im Gange.

Nach einer stockenden zweiten Tarifverhandlungsrunde will Verdi ab Dienstag kurzfristig Warnstreiks bei der Deutschen Telekom durchführen – der Fokus liegt zunächst auf mehreren nord- und ostdeutschen Bundesländern. Die Gewerkschaft fordert 6,6 Prozent mehr Lohn und einen exklusiven Bonus für Mitglieder, um gestiegene Lebenshaltungskosten und Einnahmeverluste durch Krisen zu kompensieren. Für die rund 60.000 Tarifbeschäftigten läuft die aktuelle Bewegung unter dem Banner wachsender Unzufriedenheit über angeblich unzureichende Arbeitgeber-Angebote, während die Telekom auf bestehende, bis 2026 geltende Verträge verweist und Verhandlungen übergreifend organisiert werden. Ergänzend dazu zeigen aktuelle Berichte aus der Presse, dass die Stimmung in anderen Dienstleistungsbranchen ebenfalls angespannt ist: So berichtet die taz von zunehmend häufigeren Arbeitskämpfen in mehreren Sektoren. Parallel schreiben die Süddeutsche Zeitung sowie Spiegel Online über die Gefahr einer sich ausweitenden Streikbewegung, falls die Tarifparteien nicht schnell aufeinander zugehen. Einige Stimmen fordern von der Bundesregierung und Unternehmensführungen mehr Flexibilität und Empathie in den Gesprächen. Die Rolle von Telekom und Verdi wird in den Medien unterschiedlich bewertet – während einige das Engagement der Beschäftigten als gerechtfertigt sehen, warnen andere vor ökonomischen Risiken durch Streiks im empfindlichen Telekommunikationssektor.

Schlagwort aus diesem Artikel