Laut einer nicht ganz kleinen Erhebung der Gebäudereiniger-Innung – die musste offenbar mal wieder Staub aufwirbeln – spüren knapp die Hälfte der Reinigungsdienstleister einen handfesten Schwund bei den Aufträgen. Besonders in der Industrie und Verwaltung engen Unternehmen ihre Putzpläne ein – ganze 26 Prozent sparen dort gezielt. Auch im Einzelhandel wird radikal gestrichen. Was das für die Belegschaft heißt? Fast ein Drittel mussten schon Personal verabschieden, und es sieht nicht nach einer Trendumkehr aus: Noch mehr Betriebe befürchten, im laufenden Geschäftsjahr ähnlich drastische Schritte.
Das große Problem sind aber nicht nur fehlende Kunden, sondern auch die hohen Kosten, allen voran der teure Sprit – 88 Prozent der Betriebe sitzen hier in der Zwickmühle, weil kaum jemand zentral arbeitet. Die Laune in der Branche? Auf dem Tiefpunkt: So schlecht wie jetzt war sie laut Bundesinnungsverband (BIV) noch nie seit Start der halbjährlichen Umfragen 2019. Nur 16 Prozent der Firmen hoffen auf Besserung, während mehr als ein Drittel düstere Prognosen wagen. Und auf dem politischen Parkett? Große Erwartungen an Regierung und Kanzler – die bewerten die Branche derzeit bloß mit 3,7 von 10 Punkten. An schnellen Sozialreformen führe aber kein Weg vorbei, stellt Innungsmeister Thomas Dietrich klar: „Hier entscheidet sich, ob der Standort Deutschland fit bleibt – und auch, wie viel Rückhalt die Politik noch hat.“
Übrigens: Weder im Gebäudedienst noch in der Politik fegt gerade jemand besonders motiviert durch.
Im Gebäudereinigungsgewerbe zeigt sich angesichts steigender Kosten und sinkender Aufträge ein düsteres Bild: Zwei Drittel der Unternehmen reduzieren Reinigungsleistungen, insbesondere in Industrie und Bürobereichen. Die Branche leidet immens unter gestiegenen Mobilitätskosten, wiederkehrenden Entlassungen und trüber Geschäftsstimmung – nur eine kleine Minderheit blickt optimistisch in die Zukunft. Dazu kommt zunehmende Skepsis gegenüber der Bundesregierung, die sich laut Branchenspitze endlich zu schnellen, strukturellen Reformen insbesondere bei den Sozialabgaben aufraffen muss.
Aktuelle Branchenberichte bestätigen diesen Negativtrend: Auch laut dem Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) meldeten viele Dienstleister in jüngster Zeit einen Einbruch der Auftragslage, insbesondere im Handwerk und in serviceorientierten Betrieben. Die Diskussionen um gestiegene Lohnkosten und die Belastung durch hohe Energiepreise heizen die Debatte weiter an. Währenddessen rücken nachhaltige und automatisierte Reinigungsangebote ins Zentrum, auch weil Kunden zwar sparen möchten, aber auf hygienische Standards nicht ganz verzichten können.