Direkt nach Vereidigung der neuen Bundesregierung (6. Mai 2025) kamen die Gespräche ins Rollen. Bereits am 25. Juni machte Altman seinem Ruf als Netzwerker Ehre und besuchte Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) erstmals. Im September folgten weitere Meetings: Am 24.09. sprach Altman mit Kanzler Friedrich Merz (CDU), einen Tag später dann gleich zweimal – erneut mit Wildberger und zusätzlich mit Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). Zuletzt stand am 22. Oktober nochmal ein Termin bei Wildberger an.
Im Vergleich dazu: Mit Nvidia-CEO trafen sich die Regierungsleute nur zweimal, Apple-CEO bekam einen Termin bei Kanzler Merz. Andere große Tech-Chefs? Fehlanzeige, besagt die Regierungsantwort. Die Grünen wollten zudem wissen, worum es überhaupt ging. Die Antworten darauf bleiben allerdings eher nebulös oder formelhaft: Mal heißt es „allgemeiner Austausch“, mal wurde vage auf ein „Gespräch auf Anfrage des Unternehmens“ verwiesen. Inhalte? Schweigen ist anscheinend Gold, denn nähere Auskünfte gibt es auch auf Nachfrage von t-online nicht.
Pikant: Just am Tag des Treffens zwischen Altman und Merz wurde die Partnerschaft „OpenAI for Germany“ zwischen OpenAI und SAP vorgestellt – eine „starke Botschaft“, wie Wildberger gleich verlauten ließ.
Die Grünen-Digitalpolitikerin Rebecca Lenhard gibt sich, vorsichtig gesagt, irritiert über die dichte Taktung der Gespräche mit OpenAI. Sinnlos seien solche Termine nicht, meint sie, aber die auffällig exklusive Behandlung eines US-Tech-Giganten sei „erklärungsbedürftig“. Lenhard fordert mehr Transparenz über die Gründe dieser Priorisierung.
Seit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump in den USA betont die Bundesregierung die digitale Unabhängigkeit Deutschlands – um nicht zu sehr am Tropf von US-Konzernen zu hängen. Klingt plausibel, doch ein bisschen Schnupperkurs im Silicon Valley-Flair scheint reizvoller zu sein als konsequente Eigenständigkeit.
OpenAI-CEO Sam Altman hat sich 2025 ungewöhnlich häufig mit führenden Vertretern der Bundesregierung getroffen, darunter Kanzler Friedrich Merz und Digitalminister Karsten Wildberger. Die offiziellen Gründe für die Treffen bleiben schwammig – meist ist von allgemeinem Austausch oder unternehmensseitigen Anfragen die Rede. Besonders auffällig ist, dass andere internationale Tech-CEOs deutlich seltener eingeladen wurden, was die Opposition zu Nachfragen nach mehr Offenheit und Ausgewogenheit anregt. Am Rande der Treffen wurde die Kooperation "OpenAI for Germany" zwischen OpenAI und SAP vorgestellt, die als Signal für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und US-Techfirmen gewertet wird. Aus aktuellen Medienberichten lässt sich ergänzen, dass die Digitalisierung deutscher Verwaltung weiterhin schleppend vorankommt, obwohl gezielt KI-Lösungen wie die von OpenAI forciert werden; zudem wird innerhalb der Koalition weiterhin heftig über Datenschutz und Abhängigkeit von US-Cloudanbietern gestritten.