Die neu angekündigten US-Strafzölle auf Importe aus rund 60 Ländern, darunter auch viele traditionelle Partner, sind Teil eines größeren Trends: In den vergangenen Jahren hat sich US-Handelspolitik immer wieder deutlich protektionistischer präsentiert – ungeachtet internationaler Kritik. Interessant ist, dass die Begründung mit Zwangsarbeit kommt, während Beobachter vermuten, dass handfeste wirtschaftliche Interessen mitschwingen – etwa die Absicherung heimischer Industrien angesichts globaler Wettbewerbsverschiebungen. Jüngste Recherchen und Stimmen aus Brüssel und anderen betroffenen Staaten deuten allerdings darauf hin, dass viele Regierungen ihre Gesetzgebung inzwischen verschärfen oder zumindest eine Bereitschaft zeigen, stärker gegen Arbeitsausbeutung vorzugehen. Außerdem wird die Debatte auch durch den laufenden US-Wahlkampf befeuert, in dem wirtschaftliche Souveränität und „härteres Auftreten gegen unfaire Praktiken“ gerne als Wahlkampfthema aufgegriffen werden.
03.06.26 11:22 Uhr