Etwas unvermittelt – oder vielleicht eher unausweichlich – kommt diese Entscheidung: Die Gebühren, die Zugbetreiber fürs Nutzen der Schienen zahlen, werden neu verteilt. Der Fernverkehr und Güterverkehr atmet auf, denn für sie sinken die Trassenkosten spürbar. Doch der Regionalverkehr, also jene Züge, die Tag für Tag Pendler und Reisende durchs Land kutschieren, blickt jetzt in die Röhre.
Der eigentliche Auslöser? Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Frühjahr 2026 (19. März, um genau zu sein). Die sogenannte 'Trassenpreisbremse' im Nahverkehr, die ursprünglich Preisaufschläge gedeckelt hatte – also ein finanzielles Sicherheitsnetz für regionale Anbieter –, wurde als unvereinbar mit EU-Recht gekippt. Bislang mussten höhere Infrastrukturkosten vor allem Fern- und Güterzüge schultern. Jetzt, nach der Anpassung, steigen die Trassenpreise für Nahverkehrszüge der DB InfraGO um rund neun Prozent, im Fern- und Güterverkehr sinken sie um 17 bzw. 12 Prozent. Im RegioNetz liegt das Plus im Nahverkehr noch höher, während die übrigen Sparten entlastet werden.
Unter dem Strich wälzen sich nach Angaben der Bundesnetzagentur so etwa 400 Millionen Euro Zusatzkosten auf den Schienenpersonennahverkehr ab – Geld, das irgendwoher kommen muss. Für Fahrgäste in Regionalzügen könnte das bald auf dem Konto- oder Ticket-Auszug zu spüren sein – wie so oft bei solchen Weichenstellungen. Ein kleiner, persönlicher Gedanke am Rande: Die Großen der Branche profitieren, während für Menschen, die auf kurze Strecken angewiesen sind, ein weiteres Stück Alltag teurer wird. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Länder (und indirekt die Steuerzahler) das abfedern.
Die jüngste Entscheidung der Bundesnetzagentur bedeutet eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Grund ist ein EuGH-Urteil vom 19. März 2026, das erklärte, die bisherige Begrenzung der Trassenpreiserhöhungen im Nahverkehr verstoße gegen EU-Recht. Während der Fernverkehr und der Güterverkehr deutlich niedrigere Nutzungsentgelte zahlen, steigen die Kosten für Nahverkehrsanbieter wie etwa Regionalbahnen oder S-Bahnen um knapp bis gut zehn Prozent je nach Netz – was insgesamt etwa 400 Millionen Euro Mehrkosten ausmacht. Dies könnte Fahrpreise erhöhen oder das Angebot verschlechtern, wie Verkehrsexperten und die Branche befürchten. Die Debatte um die soziale Folgen und die Frage, wie Länder und Kommunen reagieren, ist damit angestoßen.
Zusätzliche Recherche: In aktuellen Berichten wird hervorgehoben, dass die Länder, die per Regionalisierungsgesetz für den SPNV zuständig sind, jetzt vor der Herausforderung stehen, entweder die Mehrkosten zu kompensieren oder Kürzungen im Angebot hinzunehmen. Des Weiteren stehen politische Diskussionen um eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel und die Rolle des Bundes an, während Verkehrsverbände verschärfte Kritik an der Verkehrspolitik von Bund und Bahn äußern. Auch das Ziel eines attraktiveren ÖPNV und die Verkehrswende stehen damit erneut auf dem Prüfstand.