Kunst statt Komasaufen: Berliner Schülerin räumt bei DAK-Plakatwettbewerb ab

Über 6.000 Jugendliche haben am diesjährigen Präventionswettbewerb „bunt statt blau“ der DAK teilgenommen. Die überzeugendsten Plakate – gekürt von Bundesdrogenbeauftragtem und DAK-Chef – kommen 2026 aus Berlin, Hessen und Brandenburg.

heute 11:22 Uhr | 2 mal gelesen

Es passiert nicht alle Tage, dass Kunst direkt in gesellschaftliches Handeln eingreift – beim DAK-Wettbewerb „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ ist genau das wieder gelungen. Virginia Pereira Gomes aus Berlin hat mit ihrer Plakatidee nicht einfach nur optisch überzeugt, sondern ein kräftiges Statement geschaffen: Das wirkliche Leben, das Abenteuer, die strahlenden Farben liegen jenseits des Alkohols. Von insgesamt über 6.000 Bewerbungen hat ihr Bild, in dem sich eine Figur aus einer zersplitterten Flasche erhebt, die Jury – darunter Bundesdrogenbeauftragter Prof. Dr. Streeck und DAK-Chef Andreas Storm – auf Anhieb in den Bann gezogen. Zum siebzehnten Mal waren junge Menschen aufgefordert, mit Pinsel, Stiften oder digital in den Ring zu steigen und für eine trinkbewusstere Jugend zu werben. Beeindruckend, wie viele Einsendungen tatsächlich zwischen Hoffnung, Absturz und neuer Lebenslust schwingen – wie Streeck richtig betonte, zeigen die Jugendlichen selbst oft mehr Realitätssinn als so manche Erwachsenenkampagne. Die Berlinerin hat damit nicht nur 500 Euro Preisgeld mitgenommen, sondern auch ein bisschen das Recht, stolz zu sein. Über Silber darf sich Ashton Wittbecker aus Hessen freuen; Greta Neuendorf aus Brandenburg landet auf Platz drei. Noch jünger und nicht weniger ideenreich: Darija Shliakhetko aus Worms, ausgezeichnet als Nachwuchstalent, und das Trio Raulf, Hoferichter und Vossebürger, das über Instagram und die Geschichte einer alkoholkranken Oma die Jury bewegte. Kurzer Faktencheck: Erfreulicherweise gehen die Zahlen der Alkohol-Intoxikationen bei Jugendlichen in Deutschland weiter zurück, auf den niedrigsten Stand seit rund 25 Jahren. Laut aktuellem Bundesamt-Report mussten 2024 noch knapp 8.800 junge Leute wegen Komasaufen in Kliniken behandelt werden – eine Verbesserung, aber keine Entwarnung. Projekte wie „bunt statt blau“ zeigen, wie sehr es auf echte Beteiligung, Kreativität und offene Ansprache ankommt. Die Kampagne will eben nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren, sondern Jugendliche ermutigen, selbst mitzureden und andere zu inspirieren. Lehrkräfte und Eltern werden übrigens über die sogenannte „Aktion Glasklar“ einbezogen. So bleibt die Prävention nicht an der Klassenzimmertür stehen, sondern marschiert ins echte Leben. Und, ganz ehrlich: Dass ein Bild manchmal mehr bewegt als eine Statistik, ist wohl unbestritten.

Der diesjährige Wettbewerb „bunt statt blau“ wurde von der DAK-Gesundheit bereits zum 17. Mal ausgerufen und richtet sich an Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 17 Jahren. Der kreative Präventionsansatz findet breite Resonanz: Insgesamt kamen seit 2010 etwa 150.000 Beiträge zusammen. Besonders auffällig ist, dass laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Klinikeinweisungen wegen Alkoholvergiftungen unter Jugendlichen 2024 einen historischen Tiefstand erreicht hat. Dies wird in Verbindung mit verstärkter Aufklärungsarbeit, offenen Gesprächen und niedrigschwelligen, partizipativen Projekten – wie dem Plakatwettbewerb selbst – gesehen. Die Bundespolitik, insbesondere der aktuelle Sucht- und Drogenbeauftragte Prof. Dr. Hendrik Streeck, forciert dabei einen präventiven Ansatz, der die Selbstwirksamkeit und Beteiligung junger Menschen in den Vordergrund stellt. Neue Initiativen, etwa digitale Angebote und Social-Media-Projekte, sollen die Reichweite und Wirksamkeit noch weiter erhöhen. In aktuellen Berichten wird außerdem diskutiert, dass Prävention nur dann funktioniert, wenn sie authentisch ist und junge Leute wirklich eigene Stimmen bekommen. Gleichzeitig warnen Experten vor aufkommenden Mischdrogen und fordern eine ständige Anpassung der Präventionsstrategien. - Auf taz.de findet sich ein ausführlicher Beitrag zur Drogenprävention in Schulen, der beschreibt, wie sich nicht nur Alkohol-, sondern auch Konsummuster anderer Substanzen verändern und wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz mit Eltern und Lehrkräften ist (Quelle: [taz.de](https://taz.de)). - Auf sueddeutsche.de wird anhand aktueller Zahlen analysiert, weshalb das sogenannte „Komasaufen“ unter Jugendlichen rückläufig ist, und es wird auf Interviewstimmen von Betroffenen und Fachkräften eingegangen, die die Bedeutung kreativer Ansätze wie „bunt statt blau“ hervorheben (Quelle: [sueddeutsche.de](https://www.sueddeutsche.de)). - Auf spiegel.de werden ergänzend aktuelle Regierungsinitiativen und Herausforderungen durch neue Drogenarten diskutiert, neben Stimmen aus der Präventionsarbeit, die vor allem eine niedrigschwellige, persönliche Ansprache für den Erfolg betonen. Dabei wird auch auf internationale Vergleiche eingegangen, wie andere Länder mit Jugendalkoholismus umgehen (Quelle: [spiegel.de](https://www.spiegel.de)).

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