Wer heute ChatGPT, Gemini oder Perplexity anwirft, um einen Hoteltipp zu bekommen, erhält österreichische Häuser seltener vorgeschlagen als vergleichbare Betriebe in Deutschland oder der Schweiz. Diese Erkenntnis stammt aus einer aktuellen Analyse der Agentur maxonline, die sich 515 Vier- und Fünf-Sterne-Hotels im DACH-Raum vorgenommen hat.
Der direkte Vergleich hat es in sich: Während die Schweizer Hotellerie im Schnitt 14,3 von 100 Sichtbarkeitspunkten holt, landet Deutschland immerhin bei 11,2 – Österreich aber nur bei 9,6. Untersucht wurden dabei immerhin 172 österreichische Unterkünfte, nur um das Gewicht der Stichprobe zu verdeutlichen.
Interessant: Kriterien wie die Sternezahl oder eine renommierte Lage spielen für das KI-Ranking fast keine Rolle. Selbst Fünf-Sterne-Häuser aus populären Regionen schneiden oft schwach ab – etwa Lech am Arlberg mit 8,5 Punkten oder Kärnten mit gar nur 4,4 Punkten.
Ein entscheidender Punkt der Studie war, dass Hotels nur dann gemessen wurden, wenn sie in generischen, nicht-markenbezogenen Suchanfragen empfohlen wurden (zum Beispiel 'Wellness-Wochenende in Tirol'). Bekanntheit alleine zählt hier nicht – es geht um Relevanz bei neuen Kunden.
Das Ergebnis: Gut 93 Prozent der getesteten Hotels tauchten bei KI-Anfragen kaum oder gar nicht auf. Noch überraschender: 28 Häuser – darunter auch Fünf-Sterne-Betriebe – erreichten den Wert null. Insgesamt sind es die Hotelketten, die wesentlich öfter in die Empfehlungsliste der Systeme aufgenommen werden als individuell geführte Betriebe.
Die Analyse fußt auf der umfangreichen Datenbasis der AI-Visibility-Datenbank von Semrush, inklusive über 289 Millionen echter Nutzeranfragen an KI-Modelle wie ChatGPT, Gemini und Co. Wissenschaftliche Präzision wird aber nur soweit beansprucht, als es das für Trendfeststellung braucht – genaue Messwerte auf Einzelhaus-Ebene gibt es keine. Die vollständigen Ergebnisse, inklusive detaillierter Grafiken, sind offen einsehbar unter: https://max-online.at/studien/geo-hotellerie-2026/.
Die Studie vermeidet übrigens jede Art von Hotellisting – es ging nie um Leistungsvergleiche, sondern um Muster in der Branche. Von den durchleuchteten 515 Domains waren 472 privat geführt, 43 gehören Ketten oder Mehrhausbetrieben.
Wer selbst reinschauen will – die Studie ist frei verfügbar: max-online.at/studien/geo-hotellerie-2026
Die neue maxonline-Studie legt offen, dass österreichische Vier- und Fünf-Sterne-Hotels in KI-basierten Unterkunftsempfehlungen deutlich schlechter abschneiden als ihre Pendants in Deutschland oder der Schweiz. Während die Kategorisierung nach Sternen oder die geografische Lage kaum einen Unterschied im Ranking macht, zeigt sich ein deutlicher Vorteil für Hotelketten gegenüber Einzelbetrieben. Entscheidendes Kriterium für die Einstufung war dabei, ob ein Hotel in nicht markenbezogenen Gästeanfragen von KI-Modellen unter den empfohlenen Unterkünften landete. Aktuelle Medienberichte beleuchten, dass der touristische KI-Bereich generell im Wandel ist, mit zunehmender Abhängigkeit von digitalen Plattformen und einer klaren Dynamik, die große Anbieter und Ketten bevorzugt. Diskutiert werden im Netz auch mögliche Strategien, wie Privathotels ihre digitale Präsenz stärken und von KI-Algorithmen besser wahrgenommen werden könnten, darunter gezielte Suchmaschinenoptimierung oder Kooperationen mit touristischen Plattformen. Die steigende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz zwingt Hoteliers inzwischen fast dazu, in ihre Online- und KI-Kompetenz zu investieren, um nicht von zukünftigen Gästeanfragen übersehen zu werden.