Mit einer Mischung aus Überraschung und Konsequenz hat die Hamas am Montag öffentlich gemacht: Chalil al-Hayya wird fortan die Geschicke der Organisation leiten. Sinwar, der bis Oktober 2024 das Gesicht der Hamas war, fiel einem gezielten Angriff der israelischen Armee zum Opfer. In einer knappen internen Wahl setzte sich al-Hayya, bisher schon als Stellvertreter an der Spitze, gegen Chalid Maschal durch – ein Name, der noch aus älteren Konflikten in Erinnerung geblieben sein dürfte. Das Jahr 2024 war verheerend für die Führung der Hamas: Neben Sinwar wurden auch Militärchef Mohammed Deif und, bei einem Besuch im Iran, Ismail Haniyya von israelischen Angriffen getötet. Seitdem gehörte al-Hayya zu einer kleinen Riege, die einen Übergangsrat bildete – alles andere als ein ruhiger Job, schließlich verschärften sich die Fronten deutlich. Interessant, fast wie in einem Politthriller: Al-Hayya lebt die meiste Zeit im Exil in Katar. Die Wohnungen in Doha sind, so scheint es, nicht einmal mehr Zufluchtsorte – im vergangenen Jahr berichteten zahlreiche Quellen von gezielten Luftangriffen auf Standorte der Hamas-Führung dort. Al-Hayya soll dabei unter den Hauptzielen gewesen sein. Ganz nebenbei: Als Unterhändler in den zähen, fast verzweifelten Friedensverhandlungen um Gaza war er ebenfalls aktiv. Allerdings, und das spricht Bände: Zuletzt verliefen die Gespräche, milde ausgedrückt, ziemlich im Sand. Ob sich das nun ändert? Zweifel stehen im Raum.
Chalil al-Hayya wurde zum neuen Chef der Hamas gewählt, nachdem eine Reihe von Top-Führungsmitgliedern 2024 gezielt getötet worden war. Die Lage in Gaza bleibt angespannt, zumal sich der Konflikt zwischen Israel und der Hamas weiter zuspitzt, was eine mögliche Annäherung beeinträchtigt. Nach Recherchen aktueller Medienberichte gibt es weiterhin nur geringe Fortschritte im Friedensprozess, und die neue Hamas-Führung steht sowohl international als auch innerhalb der eigenen Reihen erheblich unter Druck. In den letzten Tagen wurde von verschiedenen Quellen bestätigt, dass Israels Politik weiterhin auf die gezielte Ausschaltung von Hamas-Anführern setzt. Al-Hayya gilt als pragmatisch, jedoch bleibt unklar, wie und ob er den Kurs der Hamas tatsächlich verändern wird. Zudem zeigen neue Analysen vieler Nachrichtenportale, dass die Lebensrealität in Gaza katastrophal bleibt; humanitäre Hilfe gelangt nur schleppend ins Land, was die Spannung weiter verschärft.