Die dicken Luftschlangen am frühen Morgen, das nervöse Treiben rund ums Festgelände: Noch bevor offiziell das erste Fass angestochen ist, herrscht bei Münchens Promiwirt Michael Käfer beinahe Euphorie.
Volle Zelte, leere Sorgen?
Erstaunlich, wie wenig das tagtägliche Gerede von wirtschaftlicher Zurückhaltung auf die Stimmung rund um die Wiesn abfärbt. Käfer betont, dass die Plätze längst restlos vergeben sind – trotz aller Schlagzeilen über sinkende Kaufkraft. Seltsam eigentlich, aber offenbar schafft das Oktoberfest jedes Jahr aufs Neue seine eigene Parallelwelt.Promirummel und mediale Sogwirkung
Vor allem erwartet man den größten Ansturm gleich zum Auftakt, wenn beim fast schon legendären 'Almauftrieb' Stars und Sternchen zwischen Brezn und Bassmusik posieren. Nicht nur Promis selbst, sondern auch deren Online-Fans tragen dazu bei, dass die Nachfrage explodiert. Social Media ist heute schlicht Teil des Spiels: Inszenierte Wiesn-Looks, Live-Stories, Insta-Schnappschüsse.Mehr als Party – ein Wirtschaftsmotor
Eigentlich geht es um mehr als Bier und bunte Kleider: Für Münchens Hotels, Wirte, Taxiunternehmen, ja, für fast die ganze Stadt, ist die Wiesn ein ökonomischer Ausnahmezustand. Käfers Feststellung, dass selbst Krisenthemen kaum einen Effekt auf die Feierwut haben, liest sich wie ein beiläufiger Seitenhieb auf die Sorgen der Ökonomen. All das würde aber kaum funktionieren ohne die Magie, die das Oktoberfest jedes Jahr wieder entfacht.Like, share, repeat: Wiesn als Showbühne
Interessant ist der Wandel: Früher wurde über das Oktoberfest am Stammtisch palavert, heute ersetzt das Smartphone das Wirtshausgespräch. Fotos von Influencern mit Maß und Hendl sind mittlerweile genauso gefragt wie die Trachtenmode selbst. Letztlich ist die Wiesn, ob mit oder ohne Rekorde, vor allem eines geblieben: das glamouröse Schaufenster Münchens – offline wie online.