Neues Denken in Sachen Stoffwechsel
Ehrlich, manchmal klingt Forschung zu Stoffwechselproblemen ein wenig abstrakt. Doch bei den drei Geehrten ist ihre Wissenschaft messbar im Leben zahlloser Menschen angekommen: GLP-1 – für viele heutzutage die 'Abnehmspritze' – verdankt sich Svetlana Mojsovs Pionierarbeit. Richard DiMarchis chemische Künste und Matthias Tschöps Brückenschlag zwischen Labor und Klinik sorgten dafür, dass Peptidhormone heute nicht mehr nur auf dem Papier wirksam sind, sondern in Millionen Kühlschränken liegen. Der Ansatz: Hormone wie GLP-1, GIP und Glukagon so zu kombinieren, dass nicht nur der Blutzuckerspiegel reguliert, sondern auch das Körpergewicht gesenkt und Folgeerkrankungen reduziert werden können.
Seien wir ehrlich: Was auf Kongressen und in Papers gefeiert wird, mündet in diesem Fall in echte Veränderungen. Die neue Medikamentengeneration, Multiagonisten genannt, stürzt die Therapie von Adipositas und Typ-2-Diabetes in eine neue Ära. Die Medizinerin große Broermann sagte bei der Preisbekanntgabe: 'Zugrunde liegt allem: Neugier, Beharrlichkeit und internationale Teamarbeit.' Schon jetzt profitieren Millionen Menschen weltweit, und weitere spannende Anwendungen dieser Hormontherapien sind in Aussicht.
Wer entscheidet über das Preisgeld?
Der Preis: üppig dotiert, international begehrt. Die Jury ist ein Mix aus führenden Köpfen – von Professoren der LMU, des Max-Planck-Instituts, des Fraunhofer-Instituts bis zur Deutschen Forschungsgemeinschaft. Neun Köpfe, strenge Kriterien, mehrstufig. Unterstützung gibt es durch ein Netzwerk internationaler Gutachter. Unabhängigkeit und Exzellenz sind Pflicht.
Zur Person: Drei Wandelgestalter
Svetlana Mojsov, mit wissenschaftlichen Wurzeln zwischen Nordmazedonien und New York, identifizierte das aktive GLP-1-Hormon und öffnete damit eine Tür, durch die heute Millionen treten. Richard DiMarchi, US-Peptidchemiker (Indiana University), entwickelte chemische Varianten dieser Hormone – mit entscheidenden Verbesserungen für die Arzneimitteltherapie. Und Matthias H. Tschöp, längst eine Schlüsselfigur der translationalen Forschung in Deutschland (LMU, zuvor TU München, Helmholtz), ist seit 2025 LMU-Präsident. Gemeinsam stehen sie für Wissenschaft, die nicht im Elfenbeinturm endet.
Der Broermann Medical Innovation Award ist jung, aber ambitioniert: Erst 2025 verliehen (damals für die Entwicklung der CAR-T-Zelltherapie), wurde er von Dr. Bernard große Broermann, Klinikengründer und Medizinförderer, initiiert. Die diesjährige Verleihung findet am 17. November 2026 in Wiesbaden statt. Nicht jeder Forschungspreis macht so viel Schlagzeile – aber kaum einer hat auf einen Schlag so viel verändert.
Drei Forschende – Tschöp, Mojsov und DiMarchi – erhalten 2026 einen der weltweit höchstdotierten Forschungspreise für ihre Entdeckungen rund um das Inkretinhormon GLP-1 und innovative Wirkstoffe zur Behandlung von Übergewicht und Diabetes. Ihre Arbeiten ermöglichten die Entwicklung von Multi-Hormon-Medikamenten, die nicht nur den Blutzucker stabilisieren, sondern das Gewicht reduzieren und das Risiko kardiometabolischer Krankheiten senken. Das Auswahlverfahren ist mehrstufig, unabhängig und weltweit anerkannt; die Auszeichnung bringt nicht nur wissenschaftliches Prestige, sondern steht stellvertretend für einen fundamentalen Wandel in der Behandlung von Volkskrankheiten. In aktuellen Berichten wird zudem deutlich: Die GLP-1-Analoga verändern das Gesundheitssystem und werfen drängende Fragen zu Langzeitwirkungen, Kosten und Zugänglichkeit auf. Laut neuesten Studien werden diese Wirkstoffe in immer mehr Ländern zugelassen und könnten langfristig auch in die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vordringen. Die Preise fördern internationale Zusammenarbeit, stoßen aber auch weltweite Debatten über ethische und sozialpolitische Folgen der neuen Therapien an.